Raigeringer Schützenheim-Wirtin gibt Treffen von Rechtsradikalen zu - Politisch "nicht so ...
"Die kommen mir nicht mehr rein"

Das Raigeringer Schützenheim war im vergangenen Jahr drei Mal Schauplatz von Neonazi-Veranstaltungen. Seit November herrsche aber Ruhe, versichert Wirtin Christa Kaspar. Bild: Steinbacher

Eine Rechtsschulung am 29. August, das Referat eines Holocaust-Leugners am 1. Oktober und am 21. November der Zeitzeugen-Vortrag eines alten Kameraden, der in der Wehrmacht diente - drei Mal suchten sich Rechtsextreme laut Informationen der AZ im vergangenen Jahr das Schützenheim in Raigering für ihre Treffen aus. Wirtin Christa Kaspar stellt das auf Nachfrage gar nicht in Abrede: "Freilich waren sie da."

Ihr hatte Freie-Wähler-Chef Dr. Klaus Ebenburger vor zwei Wochen vorgeworfen, eine "gewisse Sympathie für diese Leute" zu hegen. Die Reaktion der Schützengesellschaft Kleinraigering ließ nicht lange auf sich warten. Sie distanzierte sich deutlich von den Vorwürfen (AZ berichtete). Das wiederum lässt Ebenburger nicht auf sich sitzen: "Jeder wusste, um wen es sich handelt", schreibt der Stadtrat in einem Brief an die Redaktion und verweist auf eine Radio-Sendung des Bayerischen Rundfunks. Der sendete am 6. März in "B 5 aktuell" einen Beitrag über die Raigeringer Vorfälle. Zitiert wird Wirtin Christa Kaspar mit den Worten: "Ich schreibe immer NPD in den Kalender. Dann weiß ich schon, wer das ist." Die Ambergerin sagte dem BR auch: "Mich interessiert mein Geschäft. Das Andere interessiert mich nicht." Eineinhalb Monate später relativiert die Gastronomin, die seit 37 Jahren selbstständig ist: "NPD habe ich bestimmt nicht erwähnt." Christa Kaspar gibt aber zu, ihre Lektion erst spät gelernt zu haben: "So was passiert mir nicht mehr. Ich bin jetzt hellwach. Die kommen mir sicher nicht mehr rein."

"Will meine Ruhe haben"

Zuvor habe sie bei den Anfragen und Reservierungen "nicht sorgfältig genug" nachgehakt: "Sie sind ganz nett gewesen, sauber angezogen. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Ich weiß jetzt auch nicht mehr, ich bin kein so politisch interessierter Mensch." Als die Verantwortlichen der Schützen sie auf die Häufung der Treffen angesprochen hatten, habe sie reagiert: "Sie haben mich darauf aufmerksam gemacht und ich war sofort dabei." Denn: "Ich will meine Ruhe haben."

Donhauser legt auf

Die will auch Oberschützenmeister Anton Donhauser, den Dr. Ebenburger ebenfalls attackiert hatte. In dem Radio-Beitrag, den der Bayerische Rundfunk unserer Zeitung für die Recherchen zur Verfügung gestellt hat, beendete der einstige CSU-Ortsvorsitzende das Telefon-Interview abrupt. Am Dienstag erklärte er sein Verhalten: "Das ist alles so durcheinander gegangen. Ich habe gesagt, dass ich nichts sagen will, und dann habe ich aufgelegt." (Angemerkt)
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