17.01.2013 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Sachbearbeiter des Job-Centers nimmt erboste Ankündigung nicht hin - 55-Jähriger muss 750 Euro ... Amtsperson "aufgeplatzte Lippe" angedroht

von Autor HWOProfil

Merke: Wer Drohungen gegenüber Amtspersonen ausstößt, muss tief in den Geldbeutel greifen. 750 Euro hat ein Amberger in die Staatskasse zu zahlen, weil er - von ihm bis zum Schluss heftig bestritten - nach Überzeugung einer Amtsrichterin dem für seine Ex-Lebensgefährtin zuständigen Sachbearbeiter des Job-Centers körperliche Unannehmlichkeiten ankündigte.

Das Verfahren, ausgetragen vor der Richterin Jacqueline Sachse, war lang und ließ erahnen, dass die Staatsanwaltschaft keine Nachsicht übt, wenn mit Ungemach gegenüber Amtsträgern gedroht wird. Der erste Akt spielte sich am Grundstücksrand eines Amberger Hauses ab. Dort erschien im August 2012 ein Außendienstmitarbeiter des Job-Centers, um Erhebungen im Hinblick einer auf Unterstützung angewiesenen Frau anzustellen. Die wohnte allerdings zu dieser Zeit nicht mehr dort.

Harscher Empfang

Plötzlich betrat deren ehemaliger Partner die Bildfläche und zürnte. Er sah seine Ex-Lebensgefährtin durch die Behörde "schikaniert" und wünschte nicht länger deren "schriftliche Belästigung" durch den Sachbearbeiter. Danach bekam der Mann vom Außendienst ein striktes Betretungsverbot für das Grundstück und es soll ihm auch aufgegeben worden sein, dass mit einer Vorsprache des 55-Jährigen beim Sachbearbeiter zu rechnen sei. Diese Visite, so notierte der Mann in seinem Bericht, könne durchaus mit einer "aufgeplatzten Lippe" enden. Und eine solche Blessur tue erfahrungsgemäß weh.
"Das habe ich niemals so gesagt", kommentierte der Angeklagte nun beim zweiten Akt vor dem Amtsgericht den Vorwurf. Doch der Außendienstler von der Arbeitsagentur blieb dabei: "Er hat gewollt, dass ich das so mitteile und deshalb stand es im Bericht." Diese Zeilen las später der sich bedroht fühlende Sachbearbeiter und erstattete Anzeige. Mehrfach startete der 55-Jährige den Versuch, die seiner Meinung nach begangenen "Schikanen" an der Ex-Partnerin zu erörtern.

Zähneknirschen

Doch solche Diskussionen interessierten die Richterin eher wenig. In ihrem Urteil ging sie von versuchter Nötigung aus und belehrte den Angeklagten, er möge sich künftig mit Drohungen zurückhalten. Das stieß auf Unverständnis bei dem zur Kasse gebetenen Mann. Er akzeptierte zwar die Entscheidung ("weil ich die nächste Instanz nicht zahlen kann"), ließ aber empört wissen, die Justiz maßregele ihn völlig zu Unrecht.

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