Schriftstellerin Christine Gradl liest für Flutopferhilfe - Zuhörer spenden knapp über knapp ...
Tourismus, tiefe Trauer und Totenstille

Aus aktuellem Anlass organisierte Christine Gradl, eine Schriftstellerin aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, ganz spontan eine Lesung in der Aula der Landwirtschaftsschule. Mit überwiegend nachdenklichen Texten, die zum Teil durch ihre eigene Teilnahme an humanitären Einsätzen der Organisation Africa Luz entstanden sind, rührte sie die zahlreich erschienenen Zuhörer zu Spenden von 1046 Euro, die komplett der Flutopferhilfe der Fördergemeinschaft Dr. Luppa zu Gute kommen.

Edeltraud Sandner nahm die Gelder für die Organisation in Empfang und dankte der Veranstalterin ebenso wie den großzügigen Gästen. Christine Gradl stellte ein Gedicht an den Anfang des Abends, das kennzeichnend für die momentane Lage in Südostasien sein könnte: "Totenstille - Ich sehe das Gesicht eines Kindes, gezeichnet von grenzenlosem Leid . . ." Ihre betroffen machenden Texte führen immer wieder in die Welt mit ihren mannigfaltigen Problemfeldern hinaus. Bilder, Stimmungen, Erfahrungen und Visionen fordern zum Nachdenken, Nachahmen, aber auch zum Schmunzeln auf, wie beispielsweise ihr Gedicht über den "Oberpfälzer" aus ihrem Buch "All Inclusive". Zwei ihrer Bücher widmet Christine Gradl ihrer zweiten großen Leidenschaft, dem Reisen: "Buntes Land Türkei" und "Wenn Blicke Seelen streicheln" begleiten den Leser in entlegene Regionen, unter anderem nach Nepal, New York, in die Türkei oder den Kosovo. Sie zeigen die Länder jedoch nicht aus der Sicht des "Normal-Reisenden", sondern geben vor allem Einblicke in das Leben der Menschen fernab des Tourismus'.

Zwischen die interessanten Auszüge aus ihren Büchern streute die Lektorin immer wieder dreizeilige "Haiku"-Gedichte - dezent platzierte Worte, literarische Momentaufnahmen und Naturimpressionen aus ihrem Buch "Wortraum". Die Schriftstellerin aus dem Hirschauer Raum schreibt seit ihrer Jugendzeit überwiegend Lyrik und Kurzprosa, hat 1996 ihr erstes Buch herausgegeben, dem vier weitere folgten. Ihre Texte werden seit längerem in Literaturzeitschriften veröffentlicht.

Christine Gradl liest auch immer wieder auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt, sowie auf internationalen Literaturfestivals, zuletzt in Kroatien. Alle Bücher sind im Verlag Wiesenburg erschienen und über den Buchhandel zu beziehen.