Schwandorfer Ex-Banker und Amberger Finanzvermittler verurteilt - Viele finanziell Geschädigte
Fünf lange Bewährungsjahre

Vor der Großen Strafkammer am Landgericht ging ein Verfahren gegen einen Ex-Banker aus Schwandorf und einen Finanzvermittler aus Amberg nach über 75 Stunden Gesamtverhandlungsdauer zu Ende. Bandenmäßiger und gewerbsmäßiger Betrug in 26 Fällen wurden ihnen vorgeworfen, Taten, die teilweise sechseinhalb bis sieben Jahre zurückliegen. Am Ende gab es Bewährungsstrafen.

Der letzte Verhandlungstag stand im Zeichen der Plädoyers, die von Staatsanwalt Dr. Johannes Weber begonnen wurden. Am Schluss forderte er für den Ex-Banker fünf Jahre und für den Amberger vier Jahre. Die Verteidiger Marc Chmiel und Helmut Oertel aus Regensburg hingegen plädierten für ihre Mandanten jeweils auf ein Jahr Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Durch Landgerichtsvizepräsidentin Roswitha Stöber wurden der Ex-Banker und der Amberger schließlich zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von jeweils zwei Jahren wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr verurteilt. Die Vollstreckung der Strafen wurde auf fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Nach unten korrigiert

Den Tatbestand sah die Kammer als erwiesen an, dazu jeweils drei Fälle von Betrug, wobei der ursprünglich von der Staatsanwaltschaft ermittelte Gefährdungsschaden von etwa 1,4 Millionen Euro zum Schaden der Großbank durch das Gericht weit nach unten korrigiert wurde. Der Schwandorfer muss zudem 20 000 Euro in sechs Monaten an die Staatskasse zahlen, der Finanzvermittler 15 000 Euro.
Das Verfahren, darauf ging die Kammervorsitzende ihn ihrer eineinhalbstündigen Urteilsbegründung ein, sei gekennzeichnet gewesen durch eine umfangreiche Beweisaufnahme und durch Jahre zurückliegende Taten. Eine Verurteilung wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs scheiterte in den meisten Fällen am Nachweis des Vorsatzes.

Die potenziellen Darlehensnehmer, in der Regel wenig zahlungskräftige Kunden, die bereits Altschulden hatten, wurden geködert. Ihnen wurde vorgegaukelt, dass sie beim Erwerb von Immobilien ihre Altschulden ablösen könnten. Durch Mieteinnahmen und steuerliche Vorteile würden sie keine größeren Belastungen erfahren. Der Amberger Angeklagte war Geschäftsführer einer Immobilienfirma, die als "Zuführer" zu dem Schwandorfer tätig wurde. Klar war, dass der Banker der Firma eine Monopolstellung in Sachen schnelle Kredite einräumt, wenn er mit einer Provision beteiligt wurde. Anträge, deren Zustandekommen oder die Unterlagen hatte er angeblich nicht zu prüfen. Da spielte ein Grundproblem bei der Bank eine Rolle, wo es kein funktionierendes Kontrollsystem gegeben habe.

Reibach an Andere

Nur in drei Fällen konnte den beiden Angeklagten nachgewiesen werden, dass ein Betrugsvorsatz vorgelegen hat. Den Reibach haben, wie es die Kammervorsitzende ausdrückte, sowieso die Bauträger gemacht.
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