Stadt muss verhandeln
Angemerkt

Die Nachricht aus Hamburg kommt nicht überraschend. Weil eine öffentliche Tiefgarage mit 363 Stellplätzen in der Bahnhofstraße nicht machbar ist, zieht sich der potenzielle Investor zurück. Beide Entwicklungen waren zuletzt absehbar. Jetzt heißt es zwangsläufig: Alles wieder auf Anfang.

Bereits heute Abend trifft sich die CSU-Fraktion bei einem Ortstermin auf dem ehemaligen Bürgerspitalgelände, um über die weitere Entwicklung an dieser Stelle der Bahnhofstraße zu reden. Natürlich werden die Stadträte nicht am Themen-Komplex Forum vorbeikommen, doch ein neuer potenzieller Investor wird sich auf die Schnelle wohl nicht finden lassen.

Will die Stadt nicht weitere Monate oder sogar Jahre ins Land gehen lassen, wird sie in neuerliche Kaufverhandlungen mit dem Eigentümer eintreten müssen. Denn eines ist klar: Je länger die Immobilie leer steht und je öfter mögliche Investoren abspringen, desto geringer werden die Chancen, einen Interessenten zu finden, der die sechs Millionen Euro auf den Tisch legt, die die Hamburger Gesellschaft hätte zahlen sollen.
Sinkt der Preis, wächst die Gefahr, einen Schnäppchenjäger anzulocken, der womöglich den nächsten dauerhaften Leerstand produziert. Soll das verhindert werden, gibt es nur eine verlässliche Lösung: Die Stadt selbst wird aktiv und sichert sich die Immobilie, die dann nicht nur mit immensem Aufwand saniert, sondern auch belebt werden muss.

Vielleicht ist es eine Überlegung wert, an eine Kaufhaus-Nutzung zu denken, die bestehende renommierte Amberger Geschäfte unter einem Dach vereint. Diese Läden müssten dann zwar umziehen und würden ihrerseits Leerstände produzieren. Doch die ließen sich in einzelnen, kleinen Schritten vermutlich leichter füllen als das Forum, dessen Name in der Branche schon lange nicht mehr positiv besetzt ist.

Nachgefragt Bürgerspitalstiftung: Staatsanwalt sichtet

Amberg. (tk) Die Vorgänge rund um die Bürgerspitalstiftung beschäftigen seit gut fünf Wochen auch die Staatsanwaltschaft. Sie hat laut Leitendem Oberstaatsanwalt Harald Riedl damit begonnen, Unterlagen und Protokolle einzusehen und in eine "reine Stoffsammlung" einzutreten. Aus freien Stücken, wie Riedl sagt: "Es gibt keine Anzeige."

Die Justizbehörde sei von sich aus tätig geworden, um sich einen Überblick zu verschaffen: "Wir lesen auch Zeitung." Auslöser für die "rein informativen" Recherchen seien Aussagen des Kommunalen Prüfungsverbandes, wonach für Zahlungen der Stadt an die Stiftung "weder ein Darlehensvertrag noch entsprechende Beschlüsse des Stadtrates vorgelegt werden konnten".
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