25.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Stadt sucht neue Heimat für Militärhistorische Sammlung Sie soll hierbleiben

Sogar ein Stück Graben, wie er ab dem Herbst 1914 im Stellungskrieg an der Westfront üblich war, hat der Förderverein in der Militärhistorischen Sammlung nachgebaut. Hubert Haas zeigt hier, wie das Bajonett aussah, das die Soldaten vor dem Sturmangriff aufpflanzten. Bild: Steinbacher
von Markus Müller Kontakt Profil

Angesichts der 480 Arbeitsplätze, die verschwinden, wenn die Bundeswehr 2017 die Leopoldkaserne verlässt, ist es nur ein Nebenaspekt, doch er braucht eine Lösung: Was passiert dann mit der Militärhistorischen Sammlung, die seit 30 Jahren in der Kaserne untergebracht ist? 4000 Ausstellungsstücke informieren dort auf 800 Quadratmetern über die Geschichte des Militärs in Amberg seit 1715. Der Förderverein Militärhistorische Sammlung Garnison Amberg als Besitzer hat signalisiert, dass er sich weiter darum kümmern will, doch die Unterbringung muss die Stadt wohl alleine regeln.

An die 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche bräuchte es auch in neuen Räumen, schätzt Stabsfeldwebel Hubert Haas, wenn ihn die Besucher bei einer Führung durch die Sammlung nach deren Zukunft fragen. Und ein neues Konzept, damit man die Leute alleine durch die Ausstellung schicken kann. Bisher geht das nur über Führungen. Dass die Stadt darüber nachdenkt, den Schmalzstadel in der Neustift zur neuen Heimat der Sammlung zu machen, ist für Haas ein ermutigendes Signal, doch bezweifelt Kulturreferent Wolfgang Dersch, dass das bis 2017 klappen kann. Grundsätzlich ist er sich allerdings mit dem Förderverein einig: "Die Sammlung sollte hierbleiben. Wir hatten mal vier bis fünf Kasernen in der Stadt und jetzt ist bald nichts mehr da. Diese Geschichte muss man dokumentieren."

Die Lösung der Raumfrage hat Dersch freilich noch nicht parat, auch wenn man sich derzeit intensiv mit dem Thema befasse. Eine Zukunft der Sammlung in der Leopoldkaserne wäre denkbar, ist aber schwer zu planen, weil man nicht weiß, was aus der Kaserne wird. Deshalb favorisiert man ein "Andocken" an Einrichtungen in der Innenstadt und dachte dabei etwa an den Schießlstadl, der umgebaut wird, um das Stadtarchiv aufzunehmen. Sicher ist derzeit aber nur eines, sagt Dersch: "Amberg bekennt sich zu der Sammlung." (Angemerkt)

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.