Stadtrat beendet Debatte um öffentliches Parkhaus am Bürgerspitalgelände - Hottner mit Kritik ...
Schluss mit Diskussion, Volldampf fürs Areal

Wir müssen es jetzt nehmen, wie es ist, und hoffen, dass das Forum bald belebt wird.
"Es ist die Zeit gekommen, unter das Thema öffentliche Tiefgarage einen Schlussstrich zu ziehen. Und ich erwarte in Sachen Bürgerspital-Areal, dass jetzt alle Hebel auf Volldampf gestellt werden." Nicht nur CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann vertrat am Montagabend im Stadtrat diese Ansicht. In zuletzt seltener Einigkeit teilten bis auf den FDP-Vertreter alle Fraktionen diese Meinung und votierten für eine Quartiers- und gegen eine größere öffentliche Tiefgarage auf dem Ex-Altenheimgelände.

Allein auf weiter Flur

"Wir werden das akzeptieren", brach Mußemann eine Lanze für das Gutachten von Professor Dr. Harald Kurzak, der die zwei Garagenvarianten beleuchtet hatte und an dessen Resultat sich der Stadtrat mit seiner Entscheidung orientierte. Mit einer Ausnahme: Wie am Dienstag kurz berichtet, wehrte sich FDP-Mann Wolfgang Hottner massiv gegen die Expertise, die er gar nicht so nennen wollte, weil sie nicht der vom Stadtrat gewollten "Machbarkeitsstudie" entspreche. Eine solche gehe "weit über das hinaus", was Kurzak im Ergebnis in 17 Seiten vorgelegt habe.
Dass es so kam, warf Hottner dem Baureferat mit seinem Leiter Markus Kühne vor. Dieses habe obendrein mit den genannten 363 Stellplätzen, wie vom möglichen Forum-Investor gewünscht, zu viel "vorgegeben". Der Liberale kritisierte ferner Kurzaks Aussage, dass das Verkehrsaufkommen in der Bahnhofstraße in den Sommermonaten 20, punktuell sogar um 30 bis 40 Prozent höher liege. Das sei empirisch oder wissenschaftlich nicht belegt worden. Ebenso wenig habe der Gutachter die geplante Einführung eines neuen Parkleitsystems in Amberg berücksichtigt. Das rieb Hottner dem Baureferenten als Versäumnis hin. Kühne aber wies darauf hin, dass dieses System im Detail noch gar nicht feststehe und man im Gutachten nicht den "siebten vor dem zweiten Schritt" machen könne.

Kühne wehrte sich auch gegen den nicht nur unterschwellig anklingenden Vorwurf, die Expertise habe genau das Ergebnis gebracht, das er selbst schon einmal öffentlich vorausgesagt hatte. Das hatte ihm damals bei einigen Stadträten, die unbeeinflusst bleiben wollten, keinen Blumentopf eingebracht. Im Nachhinein wurde der Baureferent nun für diese im Grunde vom Gutachter bestätigte Sicht sogar gelobt. Keiner außer Hottner griff ihn am Montag so frontal an.
Vor allem die Forderung des Liberalen nach einem neuen oder zumindest ergänzenden Gutachten trieb SPD-Fraktionschef Florian Fuchs die Zornesröte ins Gesicht. Zumal Hottner Kurzak dessen eigentlich ziemlich anerkannte "Kompetenz abgesprochen" habe. "Wenn hier auf krumme Touren oder durch Winkelzüge versucht werden soll, eine öffentliche Garage durchzukriegen, dann bin ich der Erste, der dagegen öffentlich Front macht", drohte Fuchs, der Hottner vorwarf, eigene Interessen zu verfolgen.

Froh um Kurzaks Meinung

Doch die "Front" gegen Hottners Ansinnen stand längst geschlossen im Stadtrat beziehungsweise aufseiten Kurzaks. Einzig SPD-Mann Dieter Amann ließ ebenfalls leichte Zweifel am Gutachten aufkommen ("Für mich ist es sehr verwaschen und durch manche Umstände auch nicht neutral").

Aber selbst er, der die Kontakte zu dem möglichen Forum-Investor mit vermittelt hatte, war am Ende froh um die Expertenmeinung. Ohne sie hätte der Stadtrat nämlich erst recht keine Entscheidung in Sachen Quartiers- oder öffentliche Tiefgarage treffen können, die glaubhaft vor dem Urteil der Bürger Bestand hat. Amann: "Wir müssen es jetzt nehmen, wie es ist, und hoffen, dass das Forum bald belebt wird."
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