Standesamt stellt auf elektronische Register um - Vorreiter in Bayern
Ende der Zettelwirtschaft

Wolfgang Lebe, der Leiter des Standesamts, stellt mit seiner Behörde auf eine elektronische Erfassung und Verwaltung um. Urkunden gelten damit nicht mehr als Original, sondern als beglaubigte Abschrift. Bild: hfz
Auch wenn es die meisten Amberger zumindest vorerst nur am Rande betrifft: Für das Standesamt hat die Zukunft bereits begonnen. Es wurde als Pilot-Anwender für das neue zentrale elektronische Personenstandsregister auserwählt und gehört damit zu den ersten in ganz Bayern, deren Beurkundungen und Einträge bereits seit November 2012 nur mittels Computerprogramm erfolgen.

"Der neue elektronische Registereintrag ersetzt die bisherige, auf Papier ausgestellte Urkunde und ist von nun an das allein gültige Dokument", erläutern der Leiter des Referates für Jugend, Senioren und Soziales, Dr. Harald Knerer-Brütting, und Standesamtsleiter Wolfgang Lebe. Ein von diesem Eintrag erstellter Ausdruck hingegen gilt in seiner rechtlichen Funktion künftig nur noch als beglaubigte Abschrift dieses Eintrags.

"Eine Jahrhundertreform"

Nach Ansicht von Knerer-Brütting ist dieser Schritt durchaus als eine "Jahrhundertreform" zu betrachten. "Bisher wurden im Standesamt alle Personenstands-Daten ausschließlich auf Papier erfasst, ab jetzt werden sämtliche Geburtsanmeldungen, Eheschließungen und Partnerschaften sowie Sterbefälle nur noch elektronisch eingegeben", stellt der Referatsleiter die Verfahrensweisen gegenüber. Für Einträge aus der Vergangenheit ergibt sich keine Änderung, da sie nicht mehr in das elektronische System einzugeben sind.
Dies gilt jedoch nicht für die Registrierungen ab dem Jahr 2009. "Diese müssen von der bisherigen Schriftform auch in die digitale Version übertragen werden", berichtet Wolfgang Lebe. Dafür wurde nach Informationen des Standesamtsleiters jedoch ein langfristiges Überführungsverfahren ausgewählt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Ämter diese Aufgabe neben ihrer regulären Arbeit zu erledigen haben. Außerdem stand und steht zunächst der richtige Umgang mit den Neuerungen der Datenerfassung im Vordergrund.

Dazu erhalten die Mitarbeiter der Standesämter Lesegeräte und Signaturkarten, da der Zugriff auf die Informationen nur über einen qualifizierten Berechtigungsnachweis erfolgen kann. Zum 1. Juli dieses Jahres soll das neue System endgültig und verpflichtend für alle Standesämter in Bayern eingeführt werden.

Ab 2014 flächendeckend

Ab diesem Zeitpunkt sind die Behörden mit dem zentralen Register verbunden und können die eingespeisten Daten schnell und problemlos abrufen. Dabei arbeiten zwar zunächst nur die bayerischen Behörden zusammen, bis 1. Januar 2014 jedoch sollen die elektronischen Personenstandsregister flächendeckend in ganz Deutschland eingeführt sein. Welche Vorteile aber haben nun die Bürgerinnen und Bürger von dieser Neuerung? Zunächst profitieren auch die Antragsteller durch den rascheren, direkten Zugriff auf die zentral gespeicherten Unterlagen. Dies bezieht sich in besonderem Maße auf alle Anfragen, von denen verschiedene Standesämter betroffen sind. Daneben wird durch die einmalige Eingabe und elektronische Speicherung aber auch die Gefahr von Übertragungsfehlern minimiert.

Knerer-Brütting und Lebe zeigen sich zufrieden mit der Entwicklung, für die sie durch ihre Pilotfunktion einen entscheidenden Beitrag leisten. Umgesetzt wurde diese Neuerung in Kooperation mit der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung, die sowohl das elektronische Personenstandsregister als auch das Sicherungsregister betreibt, sowie in Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung.
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