12.09.2010 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

SV Raigering eröffnet am Wochenende offiziell den neuen Pandurenpark Schlaflose Nächte sind vorbei

Da saß er nun ganz zufrieden strahlend auf seiner Bank und schaute auf das Werk, das unter seiner Federführung entstanden ist. Rudi Pirzer, der Vorsitzende des SV Raigering, hatte am Freitagabend allen Grund, sich dieses Glücksgefühl zu gönnen. Schließlich ist der neue Pandurenpark von Raigering nicht irgendein neu gebautes Sportgelände in der bayerischen Provinz.

BIld: Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Der Präsident des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), Günther Lommer, verstieg sich bei der offiziellen Eröffnung des Pandurenparks sogar zu der Aussage, ein vergleichbares Projekt in Bayern noch nicht gesehen zu haben. Äußerer Ausdruck dafür war, dass neben Lommer auch der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes (BFV), Dr. Rainer Koch, den Weg nach Raigering gefunden hatte. Der lobte das großartige bürgerschaftliche Verhalten der Raigeringer und gab im Sport-Talk mit Andreas Hahn vom Medienhaus Der neue Tag auch modisch den Takt vor: Anzug und Sportschuhe lassen sich geschmackvoll kombinieren.

Ein Drei-Millionen-Projekt

600 000 Euro gab allein der BLSV, um das ambitionierte Vorhaben zu unterstützen, ein komplettes Sportgelände zu verlegen. Viel Geld wandte auch die Stadt Amberg auf, die das Drei-Millionen-Euro-Projekt vor allem unter dem Aspekt sah, Raigering künftig vom Hochwasser zu beschützen, wie OB Wolfgang Dandorfer betonte. "Damit sitzt der SV Raigering jetzt auch auf einem Erbpachtgrundstück der Stadt Amberg - wie fast alle anderen Vereine der Stadt", betonte Dandorfer in seiner Festrede.
Ausgangspunkt waren ja bekanntlich die verheerenden Fluten gewesen, die im August 2002 das alte Panduren-Gelände im Dorf verwüsteten. "Ich sehe immer noch das Bild in der Amberger Zeitung vor mir, als im Ballfangzaun die Trikots gehangen sind." Und doch sei es nicht so einfach gewesen, die Verlegung zu realisieren. "Es gibt wahrscheinlich keine Wiese in Raigering, die ich nicht kenne", hob das Stadtoberhaupt auf das große Problem ab, einen geeigneten Standort für den Pandurenpark zu finden. Ohne Rudi Pirzer, der mit großer Zähigkeit sich ein Ziel gesetzt und dies auch verwirklicht habe, würde es den Pandurenpark wohl nicht geben, erinnerte Dandorfer an die Unermüdlichkeit, mit der der SVR-Vorsitzende die Grundstückseigentümer fast wie eine Zecke bearbeitet habe.

Immerhin waren rund 40 000 Quadratmeter nötig, um die beiden Fußballplätze, das Sportheim sowie die Infrastruktur unterzubringen. "Was da in Amberg passiert ist, das passiert nicht überall, dass sich die Stadt so engagiert", freute sich von daher BLSV-Präsident Günther Lommer. "So etwas zu stemmen, da gibt es schon schlaflose Nächte." Da konnte Rudi Pirzer nur zustimmend nicken. Immerhin, so sagte er in seiner kurzen Ansprache, sei der Verein zunächst vor einer Unterdeckung von 355 000 Euro gestanden. "Dass die Vorstandschaft danach einige Nächte einen etwas unruhigeren Schlaf hatte, war unvermeidlich", so Pirzer.

Von Engagement überrascht

Doch inzwischen ruht auch der SVR-Vorsitzende wieder prächtig, wurde er doch von den zahllosen helfenden Händen schier überwältigt, die ihren Teil dazu beitrugen, den Kosten- und Zeitplan einzuhalten. "Damit war in diesem Ausmaß nicht zu rechnen." Und so verwundert es nicht, dass zwischen dem Spatenstich am 27. April 2009 und dem Eröffnungsspiel am 7. September 2010 noch nicht einmal eineinhalb Jahre lagen. Während dieser Zeit tagte übrigens der Vorstand jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr, um Tagesordnungen mit 20 und mehr Punkten abzuarbeiten.

Doch nun ist das Werk getan, die Raigeringer Festwoche rundet selbiges ab. Dass mit Bundestorwart-Trainer Andi Köpke bereits der erste prominente Sportler zu Gast war, freut die Raigeringer ebenso wie die Tatsache, dass Schriftsteller Eckhard Henscheid, immerhin Mitglied der Nürnberger Fußballakademie, auch weiterhin die Heimspiele des SV Raigering besuchen wird. Und mit der kirchlichen Weihe durch Pfarrer Eduard Kroher ist auch den höchsten Ansprüchen an einen guten Sportplatz genüge getan.

Bilder von Wolfgang Steinbacher

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