01.10.2005 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Tagung in Amberg: IG Metall will Dialog mit tschechischer Gewerkschaft ausbauen Geplante Sprachlosigkeit

von Uli Piehler Kontakt Profil

Auf der "Management- Ebene" läuft die deutsch-tschechische Kooperation bereits. Bei der breiten Bevölkerung gibt es nach Auffassung der IG Metall und ihres tschechischen Pendants KOVO hingegen noch tief greifende Defizite. "Hier herrscht oft geplante Sprachlosigkeit", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, bei einer Tagung deutscher und tschechischer Gewerkschafter in Amberg.

Wenn das Verständnis untereinander besser werden soll, müsse der Dialog über die bestehenden Projekt hinaus forciert werden, erklärte Neugebauer. "Nachbarn und Interessenvertretungen verstehen sich nur, wenn sie intensiv miteinander reden." Der KOVO-Vorsitzende Jan Uhlir pflichtete ihm bei: "Die Kommunikation zwischen den Arbeitnehmern ist viel effektiver als die gegenseitigen Umarmungen der Politiker".

Damit es zwischen Deutschen und Tschechen nicht beim "Beschnuppern" bleibt, sondern dauerhafte und fruchtbare Kontakte aufgebaut werden können, forderten Neugebauer und Uhlir eine ganze Reihe von zusätzlichen Maßnahmen: nicht nur Schüleraustausche, sondern auch deutsch-tschechische Betriebspraktika, Mitarbeiter- Workshops und Sprachkurse. "Investiert in die sprachliche Verständigung", forderte er die Unternehmer auf. "Sie ist die Grundlage für Vertrauen und Verständigung."

Neugebauer präsentierte bei der Tagung eine Studie des Münchner Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung (ISF), die die Angst vor einem bevorstehenden "Exodus" tschechischer Arbeitnehmer als Schreckgespenst entlarvt. "Die vereinbarten Übergangsregelungen für die Arbeitnehmerfreizügigkeit reichen völlig aus", heißt es in der Studie. Die ISF-Studie im Internet: www.isf-muenchen.de/projekte/Eu_Ost.html

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