22.07.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Untere Naturschutzbehörde soll Anordnung zum Abschuss eines Nagers erteilt haben Amtliche Lizenz zum Bibertöten?

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Stadtrat Georg Graf versteht die Naturschutz-Welt nicht mehr. Da wird er seit Jahr und Tag wegen seiner Biber-Kritik als Nager-Verächter angefeindet und dann sollen ausgerechnet der regierungsamtliche Biberbeauftragte Markus Schmidbauer und Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde höchstselbst zum Bibermord aufgerufen haben.

So jedenfalls stellte der Landwirt den Sachverhalt am Mittwoch im Umweltausschuss dar: "Die haben den Biber in Ammerthal mit einer Falle gefangen und den Jagdpächter Hans Beck geholt." Weil die Herren nicht recht gewusst hätten, was sie mit ihrem Fang anfangen sollten, hätten sie von Beck verlangt, das Tier zu töten. Der aber hätte sich vehement dagegen gesträubt: "Ein Tier, das im Käfig sitzt abzuschießen, ist das Allerletzte", zitierte Graf den Jäger. Der Biber, so aus der Nähe betrachtet, habe ihm leid getan. Doch die Amtsvertreter hätten kein Erbarmen gezeigt und Beck angewiesen, zum Vollzug zu schreiten: "Das kann doch nicht sein, dass man sonst immer riesige Aufstände macht", empörte sich Graf, "die Biber bis nach Rumänien verfrachtet und dann einfach zum Gewehr greift!"

Rechtsreferent Otto K. Dietlmeier konnte über die Causa Biber nur den Kopf schütteln: "Ich kann da nichts dazu sagen, bevor mit dem Biberbeauftragten und der Behörde gesprochen wurde." Stadtrat Matthias Schöberl fordert eine rasche Aufklärung des Sachverhalts: "Das könnte rechtliche Konsequenzen haben."

Zuvor bereits hatte Dietlmeier den Ausschuss darüber informiert, dass für die Stadt nach der Beseitigung des Biberbaus durch einen Unbekannten kein Handlungsbedarf mehr bestehe. Das Tiefbauamt habe in einer Stellungnahme eine Beeinträchtigung des Hochwasserschutzes nicht erkennen können - allerdings im Extremfall einen Rückflussstau durch einen weggeschwemmten Biberbau auch nicht ausschließen können.

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