05.09.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Was aus den Musikern von damals wurde

von Autor HOUProfil

Der Beatszene in Amberg drückten damals junge Männer ihren Stempel auf, die es später in ihren Berufen zu teilweise hoher Bekanntheit brachten. Zum Beispiel als Professor, Psychiater, Oberstudiendirektor, Pferdezüchter, Schulleiter oder Künstler.

Als die Beatles aufhörten, war auch in Amberg Schluss, trennten sich viele Bands. Manche gingen zum Studieren, andere wurden Handwerker oder Dekorateur, wie etwa der "Cannonballs"-Gründer Günter Kälberer . Für die Gruppe "New Formation" hatte seinerzeit Manfred Wolfersdorf in die Saiten gegriffen. Der Amberger wurde später Chef am Bayreuther Bezirkskrankenhaus, habilitierte zum Professor, schrieb als Psychiater viele Bücher, gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet.

Fritz Pawlick , als Keyboarder bei mehreren Bands und zeitweise auch für die "Rotten Bones" aktiv, ist Chef des Schwandorfer Gauß-Gymnasiums. Der Oberstudiendirektor macht bis heute Musik, tritt gelegentlich noch auf. Wie er wurden auch etliche andere Pädagogen. Zum Beispiel Werner Schlenzig , einst Bassist der "League 66". Er wohnt seit Jahrzehnten in Freiburg. Oder Bernd Stief , der im Kreis Amberg-Sulzbach eine Schule leitete und auch durch seine sportlichen Ambitionen bekannt wurde.

Zur "League 66" gehörte auch Leonhard Kramarz . Erst ließ er sich zum Journalisten ausbilden, dann ging "Len", wie sie ihn nannten, nach Colorado. Dort wohnt er bis heute auf einer Ranch, züchtet amerikanische Quarter-Horses. Seinen Bandkollegen Rainer Krischke , Arztsohn aus Amberg, verschlug es nach Karlsruhe. Wie sein Vater wurde er Mediziner.

Auch Herbert "Happy" Winkler war ein Begriff. Er wirkte an Plattenaufnahmen der "League 66" mit, wurde später Kunsterzieher in Franken, machte sich als Maler einen Namen. Viele andere blieben ebenfalls in Erinnerung. Richard Wirth etwa, der als Polizist und Personalratsvorsitzender der Amberger Polizeidirektion arbeitete. Er war Sänger bei den "Nightwalkers". Oder Gerd Lindner , Sohn des Autohändlers Erich Lindner. Im Gedächtnis geblieben ist ganz besonders Harald Ramm . Auch er arbeitete als Lehrer, galt bis zu seinem frühen Tod vor einigen Jahren als der beste Schlagzeuger, den es in der Region gab. Zum Umfeld der Bands gehörte Heribert Werner . Dem heute pensionierten Kriminalbeamten war es zu verdanken, dass es wiederholt sogenannte Beat-Revivals gab, zu denen die ehemaligen Musiker nach Amberg reisten.

Einer machte sein Hobby zum Beruf. Otmar Stüber , von vielen als der beste aller Amberger Gitarristen bezeichnet, gründete die "Jet Strings" und zog mit dieser Band über Jahre hinweg durch die Tanzcafés der Republik. Nur noch selten griff er später in die Saiten. Doch wenn er es tat, brach Begeisterung aus.

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