11.01.2013 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Zehn Monate mit Bewährung für Leergutdiebe - Flaschen von Brauereigelände geklaut Sperrige Beute und spärlicher Erlös

von Autor HWOProfil

Sie hatten einiges zu schleppen. Denn wer Leergut klaut, macht zwar sperrige Beute, bekommt aber in der Endabrechnung eher spärlichen Erlös. Es waren genau genommen rund 200 Euro, die für die Diebe bei ihren Touren heraussprangen. Dafür setzte es jetzt beim Amberger Jugenschöffengericht für zwei der drei Beschuldigten zehn Monate mit Bewährung.

Die Jugendrichterin Petra Froschauer muss sich oft mit Langmut wappnen. Wenn aber jemand trotz Vorladung nicht auf der Anklagebank erscheint, ist die Geduld rasch am Ende. Die drei Richter waren pünktlich da, außerdem der Staatsanwalt und zwei der Beschuldigten.

Längere Verzögerung

Eine 19-Jährige aber fehlte. Also mussten alle warten, wurde behördlicherseits auf die Suche nach der säumigen jungen Frau gegangen. Zunächst erfolglos. Dann aber wurde sie von ihrer Mutter gebracht, konnte das Verfahren mit längerer Verzögerung endlich starten. Was Staatsanwalt Dr. Johannes Weber in seiner Anklageschrift auflistete, warf ein Licht darauf, was dann passiert, wenn wirklich absolute Ebbe im Geldbeutel herrscht. Ein zusammen mit zwei jungen Frauen auf der Anklagebank sitzender 35-Jähriger war wiederholt, mitunter in Begleitung, auf dem Gelände einer Amberger Brauerei aufgetaucht, hatte dort Leergut geklaut und abtransportiert.
Die Beute, so stellte sich heraus, war frei zugänglich. Doch weil es sich letztlich um vier Fälle handelte, ging die Staatsanwaltschaft von gewerbsmäßigem Diebstahl aus.

Das Leergut wurde an einer Amberger Tankstelle in den Rücknahmeautomaten gelegt. Daraufhin kam es zu Auszahlungen mit einem Gesamtbetrag von rund 200 Euro. Die beiden jungen Frauen standen in dem Verdacht, bei den Diebstählen Hilfsdienste geleistet zu haben. Gegen eine von ihnen wurde das Verfahren während des Prozesses eingestellt.

In Spielautomaten gelandet

Das Jugendschöffengericht verurteilte den voll geständigen 35-Jährigen und dessen 19 Jahre alte Mittäterin zu jeweils zehn Monaten Haft mit Bewährung. Ein Teil des Geldes aus der Pfand-Rückzahlung war offenbar in Spielautomaten gewandert.

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