05.09.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Zirkus zweimal kontrolliert: Alle tierschutzrechtlichen Vorgaben erfüllt oder sogar übertroffen Veterinäramt verteidigt Voyage

Für die Amtsärzte ist der Fall klar. Die Tiere des umstrittenen Circus Voyage "weisen uneingeschränkt einen guten Ernährungs- und Pflegezustand auf". Bild: Huber
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Tierschutzorganisation Peta kritisierte den zurzeit auf dem Dultplatz gastierenden Circus Voyage zu Wochenbeginn in einer Mitteilung massiv. Von rücksichtslosem Umgang und mangelhaften Bedingungen war unter anderem die Rede. Das Veterinäramt gab gestern Mittag nach zwei Kontrollen Entwarnung. Wie aus dem Landratsamt zu erfahren war, überprüften Tierärzte am Mittwoch (unangemeldet) und Freitag (angekündigt) den Zirkus. Das Ergebnis: "Es ist festzustellen, dass der Betreiber sämtliche tierschutzrechtlichen Vorgaben, die für Tierhaltungen in Zirkussen derzeit gelten, erfüllt oder sogar übertrifft."

Harald Herrle, der im Landratsamt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, teilte zudem schriftlich mit, dass dies auch für die im Circus Voyage gehaltenen Elefanten, Giraffen, das Nashorn und das Flusspferd gelte: "Die Tiere weisen uneingeschränkt einen guten Ernährungs- und Pflegezustand auf." Weiter heißt es: "Vergleicht man die Kontrollergebnisse der angekündigten mit jenen der anonymen Vorortkontrolle, so waren keine Unterschiede bei der Versorgung der Tiere, dem Umgang durch das Personal sowie den bestehenden Haltungsbedingungen im Circus Voyage feststellbar." Peta hatte vor allem die Auftritte und die Unterbringung der Wildtiere kritisiert. Ihr Leben finde zum Großteil auf Transportern statt.

Die Erkenntnisse der Amberger Ärzte ließ Diplom-Zoologe Peter Höffken von Peta nicht unkommentiert: "Die Veterinäre können sich Kraft ihres Amtes nur an die Richtlinien halten." Doch die seien 15 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß: "Da ist man mittlerweile viel schlauer." Nach dem Gastspiel zieht der Circus Voyage nach Sulzbach-Rosenberg weiter, wo er von Donnerstag bis Sonntag nächster Woche Station macht. Trotz der in Amberg erfolgten Kontrollen wird das Veterinäramt laut Harald Herrle erneut die Ordnungsmäßigkeit der Tierhaltung überprüfen - einmal mit Anmeldung und einmal ohne.

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