Zwei Amberger zum vierten Mal auf großer Fahrt
In Etappen zu den Enden der Erde

Sabine Hoppe und Thomas Rahn aus Amberg sind regelmäßig auf Reisen durch die Welt. Mit ihrem alten Wohn-Lastwagen erkundeten die beiden auch Asien. Von dieser Reise berichten sie bei einer Diashow am Samstag, 9. Februar, in der Max-Reger-Halle. Bild: hfz/Hoppe/Rahn

Eine Reise nach Kolumbien? Klingt gefährlich. Thomas Rahn winkt entspannt ab. "Selbst meine Mutter ist letztes Jahr rübergefahren." Und? "Es war kein Problem." Aber ihr Sohn und seine Freundin Sabine Hoppe, die sollten natürlich "da nicht hin". Die beiden waren trotzdem dort - auf der dritten Etappe ihrer "Reise bis ans Ende der Welt". Die führt die Amberger ab Februar bereits im vierten Jahr um den Globus. Aber vorher haben die beiden noch einiges zu erzählen - über ihre letztjährige Etappe: Zentralamerika.

"Der Flug ist gebucht", sagt Thomas - "am 25. Februar geht's los." Ihr Fahrzeug (die beiden nennen es liebevoll "unser Auto"), ein 35 Jahre alter Benz-Laster, wartet schon auf sie in Kolumbien. Im abgelaufenen Jahr sind sie damit vom Süden der USA nach Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama und Kolumbien gefahren. Heuer soll es von dort aus bis nach Feuerland gehen. Ganz oben im Norden des Kontinents waren die beiden Amberger schon 2012. Auch dort fanden sie ein "Ende der Welt": Guajira ist "eine Wüstengegend, ganz skurril, mit Kakteen und Dornbuschsavanne", kaum bekannt und auch kaum befahren, so beschreibt es Thomas. Für ihn und Sabine "eine Herausforderung: Da gibt's überhaupt keine Straßen, nur Feldwege". Unpassierbar bei Regen.

Zu schön, um wahr zu sein

Auf einem Abschnitt ihrer Tour konnten sie überhaupt nicht fahren. Darien-Gap heißt dieser Teil der Panamericana, jenes berühmten Schnellstraßensystems, das Alaska und Feuerland verbindet - aber eben nicht komplett. "Zwischen Panama und Kolumbien ist Ende", berichtet Thomas: 150 Kilometer Dschungel, durch den keine Straße führt.
Ihr "Auto" musste auf ein Frachtschiff, die beiden Amberger nutzten diese Gelegenheit für einen Ausflug zu den San-Blas-Atollen: Bilderbuch-Karibik, zu schön, um wahr zu sein.

Zentralamerika sei ein "verhältnismäßig unbekannter, ganz eigener Kulturkreis", meint Thomas. Sobald man von den USA an die mexikanische Grenze kommt, hört man nur noch Spanisch. Schon "die Grenzbeamten sprechen kein Wort Englisch", das hat Sabine überrascht.

Kolumbien haben die beiden ganz anders erlebt, als dieses Land oft dargestellt wird. Es sei in einem Umschwung - weg von Terror und Drogen, hin zum Tourismus. "Da gibt's wahnsinnig viele Rucksacktouristen", die eine "gute Infrastruktur" vorfänden und viel Sehenswertes: Strand, Hochland, Bergwälder, Anden-Wanderungen, Kaffeeplantagen.

In einigen Ecken Zentralamerikas waren die Weltenbummler trotzdem mit geschärfter Aufmerksamkeit unterwegs, geben sie zu. Damit sind sie im wahrsten Sinne des Wortes "gut gefahren". Nur in Honduras haben sich die Amberger "nicht wohl gefühlt". Probleme gab es aber auch dort keine. Natürlich bleibe immer "ein Restrisiko", räumt Thomas ein. "Aber man kann sich dessen bewusst sein und entsprechend handeln" - und beispielsweise Nachtfahrten oder entlegene Straßen meiden.

Guatemala beeindruckt

Guatemala war für Sabine "ein absolutes Highlight": "Wir sind dort vier Tage durch die Berge gewandert, das war ein unglaubliches Erlebnis. Man kommt in total abgelegene Gebiete - da kommst du nur hin, wenn du zehn Stunden gegangen bist." Die Menschen dort lebten "extrem einfach" - ohne Strom, fließend Wasser, Verkehrsmittel. Diese Tour sei sehr anstrengend gewesen, aber eben auch sehr beeindruckend, mit vielen "unglaublichen Einblicken" in das Leben der Menschen dort.

Eine Pizza für 16 Euro

Costa Rica hat den beiden besonders gut gefallen - wegen der reichen Tierwelt. Allerdings sei das Land schon sehr touristisch. Mit den entsprechenden Preisen. Während man in Nicaragua für 1,50 Euro bestens verpflegt sei, koste die Pizza Margarita in Costa Rica stolze 16 Euro.

Ende Februar starten die Weltenbummler zu ihrer nächsten Tour. Rund 20 000 Kilometer werden es diesmal sein - "und mindestens sechs Anden-Überquerungen" bis auf 5000 Meter Höhe, meint Thomas. Über 30 Länder haben er und Sabine bisher besucht. In diesem Jahr kommen Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Chile und Argentinien dazu. "Dann werden wir schauen", sagt Sabine, die irgendwie schon damit rechnet, "in näherer Zukunft wieder in Deutschland" zu landen. Aber bis dahin gibt es noch einige "Enden der Welt" zu entdecken.
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