26.09.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

20-Jähriger muss ins Gefängnis - Rauschgift beschafft und verbotene Waffen besessen Keine Chance für Bewährungsversager

von Autor HWOProfil

Nach einstündiger Debatte sorgte der Landgerichtspräsident für klare Verhältnisse. "Wer als Bewährungsversager seine Auflagen nicht erfüllt, der kriegt keine Chance mehr", schrieb Dr. Wolfgang Schmalzbauer dem Angeklagten ins Stammbuch und öffnete mit diesen Worten die Gefängnistore für einen 20-Jährigen aus dem östlichen Landkreis.

Die Jugendstrafkammer des Amberger Landgerichts hätte, das wurde deutlich, höchstwahrscheinlich dazu geneigt, noch einmal Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Doch dann stellte sich heraus: Da saß einer, der sieben Vorstrafeneinträge mitbrachte, wegen Falschaussage im Jahr 2011 zu 21 Monaten mit Bewährung verurteilt wurde und nur wenige Wochen später über Eslarn nach Tschechien fuhr, um sich Marihuana zu besorgen. Die illegale Beschaffungstour flog auf, wobei dann Polizeibeamte bei einer Hausdurchsuchung zwei verbotene Messer und einen Schlagring fanden.

Das Schwandorfer Jugendschöffengericht sah daraufhin keinen Grund zur Milde. Es verhängte fünf Monate ohne Bewährung. Dagegen legte der 20-Jährige Einspruch ein, wollte die Angelegenheit vor dem Landgericht neu verhandelt haben. Bei diesem Prozess stellte sich nun heraus: Der Beschuldigte hatte in der Zwischenzeit einen Termin bei der behördlichen Jugendgerichtshilfe in Schwandorf ungenutzt verstreichen lassen, er steht auch mit seinem Bewährungshelfer nicht im besten Einvernehmen und tat eher wenig, um eine Alkoholentzugstherapie zu machen. Warum diese Säumigkeit?

Es könnte dick kommen

Der 20-Jährige konnte keine Gründe nennen. Wohl aber machte er geltend, dass er demnächst Vater wird und eine feste Arbeitsstelle hat. Doch das konnte in der sorgfältigen Abwägung der Jugendkammer keine Rolle spielen. "Sie hätten ausreichend Gelegenheit gehabt, bis zu dieser Verhandlung etwas in die Wege zu leiten", rügte der Vorsitzende Dr. Wolfgang Schmalzbauer und wunderte sich, wie jemand die ihm von der Justiz angeratenen Wege nicht zu gehen vermochte. Nach einem Gespräch mit seinem Anwalt Dr. Stefan Mangold (Cham) nahm der 20-Jährige seinen Einspruch gegen das Schwandorfer Ersturteil zurück.

Das hatte zuvor auch Staatsanwalt Peter Jung dringend empfohlen. Die fünf Monate wegen unerlaubter Einfuhr von Drogen und wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz muss er nun absitzen. Doch womöglich kommt es für ihn noch viel schlimmer. Dann nämlich, wenn die offene Bewährungsstrafe von 21 Monaten widerrufen wird. Damit muss er rechnen.

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