2766 Unterschriften für den Bau der Tiefgarage auf dem Bürgerspitalgelände
Ohne Parkplätze kein Ten Brinke

2766 Unterschriften für die Tiefgarage. Christl Lindner (Dritte von links) und ihre Mitstreiter bei der Unterschriftenübergabe an OB Michael Cerny (Fünfter von links). Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
02.02.2018
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Warum immer den Gegnern einer Tiefgarage auf dem Gelände des Bürgerspitals das Feld überlassen? Das hat sich Christl Lindner, die Inhaberin des Zeitgeist in der Unteren Nabburger Straße gedacht, und kurzerhand eine Unterschriftenaktion pro Garage auf den Weg gebracht.

Gleichzeitig startete Fabian Wendl eine ähnlich gelagerte Online-Petition via Facebook. 2766 Unterschriften kamen so in nur vier Wochen zusammen, die Christl Lindner und ihre Mitstreiter am Donnerstag an OB Michael Cerny übergaben.

"Für nur vier Wochen ist das völlig in Ordnung", sagte sie im OB-Büro. "Das ist doch deutlich mehr, als die IG menschenleere Stadt mit ihren 800, die sie über Monate auf der Straße gesammelt hat." Dabei hätten ihre Unterschriftenlisten nur in den Geschäften ausgelegen. "Da sind Leute extra zu mir in den Laden gekommen, um zu unterschreiben." Erstaunlich ist laut Lindner auch die Tatsache, dass vor allem Leute von außerhalb Ambergs ihre Unterschrift geleistet hätten. Für sie ein Zeichen dafür, dass die Menschen nach Amberg kommen, wenn sie hier auch parken können. "Wer im Landkreis ins Auto steigt, der will auch möglichst nah an die Geschäfte heranfahren", kommentierte das OB Michael Cerny. Der dringend davor warnte, jetzt diese Tiefgarage nicht zu bauen.

Auch eine soziale Komponente

"Diese Chance bekommen wir so schnell nicht wieder in der Altstadt", so sagte er. Dabei spiele es auch keine Rolle, sollte später einmal kein Bedarf mehr für dieses Bauwerk da sein. "Eine vorhandene Garage kannst Du auch anders nutzen. Aber später eine solche unter ein fertiges Gebäude schieben, das kannst Du nicht." Für Cerny spielte darüber hinaus aber auch die soziale Komponente eine Rolle: Ein Parkplatz in der Innenstadt ermögliche es auch Menschen in die Stadt zu kommen, die es wegen einer Behinderung oder Gebrechlichkeit sonst nicht könnten.

Für Andreas Raab, den Vorsitzenden der Park- und Werbegemeinschaft ist die Reihenfolge ganz klar: "Erst muss ein Parkplatz her, dann kann ein Geschäft eröffnet werden." Einkaufen oder Wohnen in der Altstadt funktioniere ohne Parkmöglichkeiten einfach nicht. Da nutzt es laut OB auch nicht, irgendwann in der Zukunft auf das autonome Automobil zu hoffen, das den Fahrer bis in die Stadt bringt, ihn dort absetzt und ihn später dort wieder abholt. "Die Mobilität, die wir haben, ist heute da."

Für Michael Cerny gibt es ohnehin keine Alternative: "Wir wollen und wir müssen das umsetzen", machte er unmissverständlich deutlich. Denn ohne Tiefgarage werde es auch keinen Investor Ten Brinke geben. 

Lesen Sie zu dem gesamten Themenkomplex unser Online-Dossier mit allen Informationen zur historischen Entwicklung der beiden Areale in der Altstadt, mit Schlaglichtern auf die bisherigen Nutzungen, Planungskonzepte und politischen Auseinandersetzungen.
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Günter Fischer aus Amberg in der Oberpfalz | 04.02.2018 | 12:35  
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