10.07.2017 - 17:26 Uhr
Oberpfalz

Ärger an der Vimystraße in Amberg Stadt reißt ohne Vorwarnung Gehweg auf

Alles begann mit einem roten Fleck auf dem Gehweg. Am Tag danach stand plötzlich ein Halteverbots-Schild in der Vimystraße. 24 Stunden später wurden Randsteine geliefert. Nun, eine Woche später, ist der Bürgersteig komplett aufgegraben. Und noch immer wissen die Anwohner offiziell nicht, was da eigentlich gearbeitet wird.

Wegen dieses Neubaus musste der Bürgersteig in der Vimystraße ohnehin aufgerissen werden. Für die Stadt lag die Überlegung nahe, gleich den gesamten Gehweg auszubessern. Genau das passiert seit einer Woche. Bilder: tk (3)
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Amberg. (tk) Die Ruhe, die Familienvater Jürgen Lay ausstrahlt, täuscht. Innerlich brodelt es in dem Sohn der einstigen SPD-Stadträtin Ingrid Lay. "Ich verstehe ja, dass der Bürgersteig mal gemacht werden muss. Aber man sollte vorher mit uns darüber sprechen." Hintergrund ist, dass die Stadt entlang der Vimystraße im Rücken des Hl.-Geist-Stifts auf LED-Beleuchtung umrüstet. Doch viel mehr sei den Anwohnern auch nicht mitgeteilt worden, die nun befürchten, an den Kosten beteiligt zu werden. Die Rede ist laut Lay von rund 30 000 Euro für ihn und seine sechs Nachbarn. Obwohl Oberbürgermeister Michael Cerny auf ein Schreiben von Lays Frau Kathrin vom 3. Juli schnell geantwortet hat ("Ich habe das zuständige Baureferat gebeten, mir hier den Sachstand zukommen zu lassen"), wartet die Familie immer noch auf handfeste Informationen.

Abgesehen davon sei es für die Lays unmöglich, jetzt einen größeren Betrag zu überweisen: "Hätten wir's gewusst, wäre das kein Thema gewesen. Aber wir haben uns vor vier Wochen ein neues Auto gekauft", erzählt Kathrin Lay, die ansonsten gerne für das Vorhaben vor dem Haus Rücklagen gebildet hätte. Ihr Mann Jürgen hofft nun darauf, dass es möglich ist, den Betrag abzustottern oder erst in einem Jahr zu bezahlen: "Das wäre schon mal ein Erfolg."

Das sagt die Stadt

Susanne Schwab, Pressesprecherin der Stadt, räumt ein, dass die Anwohner der Vimystraße nicht rechtzeitig informiert worden seien. Erst am Montag dieser Woche habe ein Mitarbeiter das Gespräch gesucht. Hintergrund des schnellen Starts sei gewesen, nach der angekündigten LED-Umstellung nachbessern zu müssen, weil wie auch an anderen Stellen die Abstände zu groß gewesen seien: "Man musste in dem Bereich ohnehin arbeiten." Dabei sei die Ideen entstanden, das in die Jahre gekommene Trottoir komplett auszubessern, um Synergie-Effekte zu nutzen, wie es Schwab nach einem Gespräch mit dem Tiefbauamt formulierte: "Man hat gedacht, dass man da eine bürgernahe Variante wählt. Aber man hätte das natürlich vorher besprechen müssen." Die Kosten stünden derzeit noch nicht fest, Stundungen seien aber möglich: "Keiner wird im Regen stehengelassen. Wir werden da Lösungen finden." (tk)

Ja, wo leben wir denn? Da muss doch jemand mal was sagen. Das taugt mir nicht.Jürgen Lay aus der Vimystraße
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp