04.05.2018 - 14:38 Uhr
Oberpfalz

Amberg schließt Haushaltsjahr 2017 ab Friedhöfe stark im Minus

Die Budgetierung bei der Abwicklung des städtischen Etats klappt. Dafür gibt es viel Lob. Sie legt allerdings ebenso offen, wo sich Handlungsbedarf auftut. Da könnte auf den Stadtrat etwas zukommen.

Misere auf Ambergs Friedhöfen (im Bild der Katharinenfriedhof): Die Zahl der Bestattungen geht kontinuierlich zurück, Gräber werden zum nächstmöglichen Zeitpunkt aufgelöst, die Gesamtbelegung sinkt. Bild: Petra Hartl
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Der Haupt- und Finanzausschuss fand sich in seiner Sitzung am Donnerstag in der Rolle eines Buchhalters wieder. Als Berichterstatter hatte hauptsächlich Kämmerer Franz Mertel das Wort. Er legte dar, was die Abrechnung der 2017er Budgets ergeben hat, wo vereinzelt für heuer nachjustiert werden muss und welche Eckpunkte für 2019 bereits jetzt festgezurrt werden sollten. Alle Beschlüsse in dieser Sitzung fielen einstimmig.

Nicht zuletzt, weil sich die Eckdaten für das vergangene Jahr sehen lassen können. "Das zeigt den verantwortungsvollen Umgang der Budget-Verantwortlichen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln", lobte Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) die Gesamtsituation. Die Zahlen geben ihm im Wesentlichen recht. Bei den gebührenfinanzierten Etats, die laut Gesetz kostendeckend und nicht querfinanziert auszustatten sind, wurden Unterdeckungen weitgehend minimiert.

Die Trends

Bei der Abwasserbeseitigung sank beispielsweise das Defizit von 1,7 Millionen Euro in 2015 (Abdeckungsgrad 71,9 Prozent) auf nunmehr 65 000 Euro (99 Prozent), bei der Abfallentsorgung wurde aus einem Minus von 220 000 Euro (89,3 Prozent) ein Plus von 261 000 Euro (111,5 Prozent). Das haben Gebührenerhöhungen bewirkt. Ganz anders sieht es beim Bestattungswesen aus. Hier vervierfachte sich das Minus nahezu von 46 000 Euro (95,1 Prozent) auf 196 000 Euro (79,9 Prozent).

"Die kostenrechnende Einrichtung Friedhofs- und Bestattungswesen erreicht so ein historisch schlechtes Ergebnis", stellt der Vorlagebericht der Kämmerei fest. Als Hauptursachen werden zurückgehende Gebühreneinnahmen wegen sinkender Bestattungszahlen und einer daraus resultierenden Grab-Belegungsquote sowie ein Rückgang bei den Grabmalverlängerungen benannt. Parallel seien die Kosten für die Friedhofspflege deutlich gestiegen. Obwohl sich vor diesem Hintergrund zumindest mittelfristig eine Anhebung der Friedhofsgebühren aufdrängt, nahm kein Stadtrat in der Sitzung am Donnerstag dieses Wort in den Mund.

Vergleichsweise teuer

Das Thema ist heikel. Weiden sah sich zu diesem Schritt gezwungen, erhöhte die Gebühren zum 1. Januar und erntete heftige Kritik. Ein Vergleich mit anderen Städten ergab vor diesem Hintergrund, dass Amberg fast immer am teuersten ist. Kostet in Weiden eine Erdbestattung 664 Euro, so liegt dieser Satz in Amberg bei 1484 Euro. Ähnlich sieht es bei Urnenbeisetzungen sowie -gräbern aus. Hier verlangt Amberg 617, beziehungsweise 585 Euro, Weiden 129 und 468 Euro.

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