08.12.2017 - 14:48 Uhr
Oberpfalz

Amberg und Ursensollen kommen sich bei gemeinsamen Gewerbegebiet wieder näher: Liebäugeln auf Augenhöhe

Amberg braucht dringend Flächen für ansiedlungswillige oder expandierende Betriebe. Die Gespräche über ein interkommunales Gewerbegebiet mit Ursensollen laufen derweil schon mehr als 20 Jahre.

Die Vorsitzende der Amberger SPD-Stadtratsfraktion, Birgit Fruth (Zweite von links), bei einem Informationsbesuch zusammen mit Fraktionskollegen im Ursensollener Rathaus. Der dortige Bürgermeister Franz Mädler (Dritter von links) gibt sich derzeit "gedämpft optimistisch" in Sachen interkommunales Gewerbegebiet. Bild: Wolfgang Steinbacher
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Die Amberger SPD möchte deshalb Druck machen. Die Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Birgit Fruth, sah sich jedoch veranlasst, einen Umweg zu gehen. Sie klopfte bei Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler (FW) an, um die Sozialdemokraten auf den aktuellen Verhandlungsstand zu bringen. Wegen der mehr als zurückhaltenden Informationspolitik der CSU, ließen die SPD-Stadträte mehrfach anklingen. Sie wurden nicht enttäuscht. Mädler berichtete am Donnerstag von einem mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Wechselbad der Gefühle und einem aktuellen Verhandlungsstand, der "nach dem letzten Treffen mit dem OB (Michael Cerny, d.Red.) nach der Zielgeraden aussieht". "Ich bin mittlerweile wieder gedämpft optimistisch", beschrieb der Ursensollener Bürgermeister seine Einschätzung der aktuellen Lage.

Sichtlich erstaunt

Das überraschte die Amberger SPD-Delegation nach Jahren des Stillstands dann doch. Fruth betonte, dass das interkommunale Gewerbegebiet "für uns erste Priorität hat". Ursensollen könne sich deshalb der vollen Unterstützung der Sozialdemokraten sicher sein. Mädler hatte zuvor seine Verhandlungspositionen, die einstimmig vom gesamten Gemeinderat mitgetragen würden, umrissen. "Augenhöhe" machte er zu einer Grundbedingung und führte aus: "Unter Augenhöhe verstehe ich eine gleichberechtigte Partnerschaft." Das heiße halbe-halbe auf allen Ebenen. Auch beim Risiko, das Mädler bei "gleich null" ansiedelt.

Anteil abstottern

Seine 3700-Einwohner-Gemeinde mit einem Vermögens-, sprich Investitionshaushalt von gerade einmal 1,7 Millionen Euro in diesem Jahr könne bei der Erschließung jedoch nicht in finanzielle Vorleistung gehen. "Das würde uns zwei Jahrzehnte lähmen." Ursensollen setze deshalb auf eine zu vereinbarende Abfinanzierung des eigenen Anteils gegenüber dem starken, die Erschließungskosten tragenden Partner Amberg mit rund 40 000 Einwohnern und einem Investitionsetat von heuer 32 Millionen Euro.

Der Bürgermeister stellte zudem klar, dass Ursensollen mit seinen zwei noch entwicklungsfähigen Gewerbegebieten mit derzeit 1000 Arbeitsplätzen auf keine weitere Expansion angewiesen sei. Die Gemeinde sehe sich vielmehr in der Verantwortung für die Region. "Wenn Amberg einen anderen Partner findet, wo es leichter, schneller und besser geht, dann gerne. Es muss nicht Ursensollen sein." Sollte das interkommunale Gewerbegebiet kommen, dann gewaltig. "Mindestens dreistellige" Hektarzahlen sind anvisiert.

Unter Augenhöhe verstehe ich eine gleichberechtigte Partnerschaft.Franz Mädler, Bürgermeister von Ursensollen

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