25.04.2017 - 18:11 Uhr
Oberpfalz

Amberger Bunt dokumentiert mehr als 90 ungenutzte Häuser Alle Leerstände in einer interaktiven Karte

Wie können die Amberger Innenstadt wiederbelebt und die Leerstände beseitigt werden? Dieser Frage will die Gruppierung Amberger Bunt in der zweiten Legislaturperiode nachgehen. Als Überblick haben die Mitglieder nun eine interaktive Karte erstellt, die 90 Leerstände dokumentiert.

Mehr als 90 Leerstände in der Altstadt haben Werner Konheiser und seine Freunde von Amberger Bunt in einer interaktiven Karte dokumentiert. Viele Läden sind verwaist, so wie die ehemalige Gärtnerei in der Oberen Nabburger Straße 26.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Eineinhalb Tage lang ist Fotograf Sven Markert durch die Altstadtgassen von Amberg gestreift und hat Bilder von unbewohnten Wohnhäusern und leeren Geschäften gemacht. 90 Leerstände hat er so dokumentiert. Herausgekommen ist eine interaktive Karte mit Adressen, Fotos und einer Übersicht über die größten Problemfälle in der Stadt – die Obere und Untere Nabburger Straße sowie die Ziegelgasse. Hier stehen besonders viele Häuser leer.

„Das sind die Sorgenkinder in der Stadt“, sagt der Sprecher von Amberger Bunt, Werner Konheiser. Fotografiert wurden die Anwesen aufgrund des Zustands, den jeder Passant von der Straße her wahrnimmt. „Wir erheben auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit“, erklärt Konheiser. „Es kann gut sein, dass bei drei bis fünf Häusern bereits Sanierungspläne vorliegen. Von den 102 Fotos, die wir gemacht haben, ist die Zahl von 90 Leerständen daher sehr realistisch.“

Häuser restaurieren

In einem ersten Schritt will Amberger Bunt „die Finger in die offene Wunde legen, indem wir die Brisanz der vielen Leerstände den Bürgern vor Augen führen.“ Konheiser und seine Mitstreiter fordern: Die Häuser müssen restauriert werden, damit darin wieder Leben möglich wird. Dafür fordert die Gruppierung, dass die Stadt Anreize für Hauseigentümer schafft. „Finanzieller Natur“, sagt Konheiser. Das Programm zur Fassadensanierung soll weitergeführt werden. „Wenn ein Besitzer die Fassade machen lässt, soll er Zuschüsse dafür bekommen.“ Gleiches gelte für junge Unternehmer, die sich vielleicht zu Beginn die Miete nicht leisten könnten. „Auch hier könnte man als Stadt finanziell unter die Arme greifen.“ Beispielhaft seien andere Kommunen, so der Sprecher. „Dort hat man sich Konzepte gegen den Leerstand vorlegen lassen. Eine Stadt muss eben investieren, um eine Belebung zu erreichen.“

Quelle: Amberger Bunt

Weil aber der gesamte Leerstand in Amberg nicht wieder mit Geschäften aufgefüllt werden könne, stellt sich Amberger Bunt konkret vor, dass der Großteil des Leerstands im Erdgeschoss mit barrierefreien Wohnungen gestaltet werden könnte. „Der Bedarf so vieler neuer Läden ist gar nicht da.“ Aber: „Tourismus, Gastronomie, kulturelle Angebote, Einkaufsmöglichkeiten – und gut zu erreichender Wohnraum, machen das Flair einer Stadt aus.“ Es müsse beides verknüpft werden. Wichtig sei es zudem, dass sich auch etwas am Bild der Straßen tue, sagt Konheiser. „Ältere und behinderte Leute haben es bei vielen Gehsteigen schwer.“ Das Problem sei die Höhe. „Würde man die Bürgersteige ebenerdig umbauen, wären sie für alle nutzbar.“

Lage in Weiden

In Weiden kümmert sich die städtische Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner um Leerstände – allerdings nur um Gewerbeflächen. Daher ist ein direkter Vergleich mit Amberg nicht möglich. Sie vermittelt zwischen neuankommenden Firmen und potenziellen Vermietern. In den 1-a-Lagen, wie der Max-Reger-Straße, sind laut ihrer Auskunft nicht viele Objekte frei. „Auch bei den Seitengassen gibt es keine so große Leerstandsproblematik.“ Allerdings suche sie stets den engen Dialog zwischen Hauseigentümern und Firmen. „Eine wichtige Rolle spielt beim Weidener Handel auch das große Einzugsgebiet. Das macht die Stadt so lebendig.“

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