Amberger SPD dankt Ehrenamtlichen
Herkules-Aufgabe gemeistert

Der Passauer SPD-Bundestagsabgeordneter Christian Flisek.
Politik
Amberg in der Oberpfalz
17.07.2017
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Breit war das Spektrum der Ehrenamtlichen beim Empfang der SPD im ACC - vom Trachtenverein angefangen bis hin zu den Pfadfindern. Bilder: usc (2)

Kaffee und Kuchen, Brezen, Appetithäppchen und die passenden Getränke dazu waren ein kleines äußeres Zeichen der Dankbarkeit, das die SPD am Samstag im ACC allen Männern und Frauen entgegenbrachte, die sich seit Jahren ehrenamtlich engagieren - in Vereinen, Verbänden und Selbsthilfeeinrichtungen.

Amberg. (usc) Stadtverbandsvorsitzender Martin Seibert und Fraktions-Chefin Birgit Fruth freuten sich, dass zahlreiche Ehrengästen der Einladung gefolgt waren, vom Trachtenverein bis hin zum Kinderschutzbund. Festredner war Bundestagsabgeordnete Christian Flisek (Passau). Er würdigte das Ehrenamt als Keimzelle der Demokratie, Fruth sprach vom Stützpfeiler der Gesellschaft.

Fruth erinnerte an die Flüchtlingswelle, über die Bundeskanzlerin Angela Merkel einst sagte: "Wir schaffen das!" Allerdings, so Fruth, habe Merkel die Tragweite nicht bemessen können. So seien es doch die Ehrenamtlichen gewesen, die einmal mehr die Eisen aus dem Feuer holten. "Was wäre passiert", fragte Fruth, "wenn diese engagierten Bürger nicht gewesen wären?" Vieles sei auf der ehrenamtlichen Schiene geleistet worden. "Auch hier in Amberg war es das Ehrenamt, das immer in erster Reihe stand und Hilfe anbot. Unentgeltlich und immer aus freien Stücken. Diese Herkules-Aufgabe wurde vom Ehrenamt vorbildlich gemeistert. Da verpasste unser Staat so manche ihm zugedachte Aufgabe", sagte Fruth.

Oft im Verborgenen

Fruth wollte das Ehrenamt aber nicht auf die Flüchtlingshilfe reduzieren: "Denn es gibt in Amberg so viele, oft auch im Verborgenen wirkende Menschen, die sich um andere bemühen. Mitbürger, die sich um ihre Mitmenschen und damit um unsere Gemeinschaft verdient machen."

An die anwesenden Gäste gerichtet, sagte die Stadträtin, dass die SPD dankbar für alles sei, was Freiwillige in der Freizeit ohne Verdienst leisten: "Was wären wir für eine armselige Bevölkerung, wenn es nicht unseren Sportverein, unseren Schützenverein, unsere Selbsthilfegruppe gäbe?" Sinn des Empfangs war es auch, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Man wolle erfahren, was die Kommunalpolitiker für die im Ehrenamt Engagierten tun können. Eine demokratische Willensbildung könne nie angeordnet werden. "Sie muss vielmehr mühsam Schritt für Schritt aufgebaut und gepflegt werden", betonte Gastredner Christian Flisek. Dieser Aufbau und die Pflege fänden nicht nur in den Parteien statt, sondern vor allem in den Vereinen, Verbänden und Organisationen. Hier helfe jeder mit. Deshalb sei er überzeugt, dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, einer der größten Schätze sind, die es in Deutschland gibt.

Als Passauer wisse er, wovon er redet, als er ein Beispiel für freiwillige Hilfe bei Extremsituationen, das Hochwasser von 2013, anführte. Flisek: "Ohne die vielen Menschen, die sich beim Roten Kreuz, beim THW und bei der Feuerwehr engagieren, wäre die Notlage bei uns noch viel größer gewesen". Vorbildlich nannte er in diesem Zusammenhang das Engagement zahlreicher Studenten.

Knapp 31 Millionen

Eine gute Nachricht sei die Tatsache, dass die Arbeit für die Gesellschaft momentan eine Renaissance erlebe. Nach seinen Angaben engagieren sich derzeit knapp 31 Millionen Menschen freiwillig in Deutschland. Mehr als 14 Millionen bekleideten sogar ein festes Ehrenamt.

In der Flüchtlingshilfe sei deutschlandweit die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen die mit Abstand aktivste. Verstärktes Interesse der jungen Leute könne man auch in der SPD feststellen, auch wenn sich nach eigenen Angaben nur drei Prozent der Deutschen ehrenamtlich in der Politik engagieren. Zum Vergleich: Im Bereich Sport sind es laut Flisek über 16 Prozent: "Da haben wir noch Potenzial."
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