12.03.2018 - 20:18 Uhr

Amberger SPD-Fraktion prescht in Personalfrage vor Stadtratsfraktion für Uli Hübner als OB-Kandidat

Zuerst erzählt Birgit Fruth beim Pressegespräch am Montagabend mit Begeisterung von den Themen, die die SPD-Fraktion bei ihrer Klausur am Samstag behandelt hat. Erst zum Schluss präsentiert sie ziemlich überraschend eine Personalfrage.

Uli Hübner (rechts) soll OB-Kandidat der Amberger SPD für die Kommunalwahl 2020 werden. Stadtverbandsvorsitzender Martin Seibert (links) und Fraktionschefin Birgit Fruth gaben das am Montag bei einem Pressegespräch bekannt. Bild: Hartl
von Markus Müller Kontakt Profil

Es geht darum, wer für die Amberger Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl 2020 als Bewerber um den Oberbürgermeister-Posten antreten soll. Da hätte sie als Vorsitzende der Stadtratsfraktion ein Erstzugriffsrecht, erläutert Fruth. Sie strebe diese Kandidatur aber nicht an, da sie sich bereits für die Landtags-Direktkandidatur ihrer Partei beworben habe. "Und ich möchte nicht, dass die Leute den Eindruck gewinnen, ich hechle von Pöstchen zu Pöstchen."

Deshalb soll Uli Hübner, Fruths Stellvertreter, OB Michael Cerny in zwei Jahren herausfordern. "Er ist einer, der das super macht", geht die Fraktionschefin schon mal in den Wahlkampfmodus über. "Er hat von mir 120 Prozent Unterstützung."

Aber die Kandidatur ist allein durch das Votum der Fraktion noch nicht gesichert. "Das muss durch die Parteigremien gehen", bemerkt Stadtverbandsvorsitzender Martin Seibert. Der Vorstand sei bereits informiert, doch die Mitglieder könnten natürlich auch weitere Vorschläge machen. Mit der endgültigen Nominierung des OB-Kandidaten rechnet Seibert für den Herbst. Bis Ende des Jahres wolle man darüber hinaus das Gerüst für die Liste der Stadtratskandidaten stehen haben.

Für Hübner ist die Empfehlung der Fraktionskollegen der vorläufige Höhepunkt seiner politischen Karriere. Der gebürtige Amberger trat im Jahr 2000 der SPD bei, kam 2002 als eines der jüngsten Mitglieder in den Stadtrat und arbeitete sich in der Fraktion nach oben. Der 37-Jährige, beruflich als Richter am Landgericht Amberg tätig, ist verheiratet und hat eine Tochter. "Ich freue mich über den Vorschlag", reagierte Hübner auf die Lobreden. Ihm sei aber durchaus bewusst, dass er noch die Zustimmung der Parteigremien brauche und dass die Basis in der SPD entscheidendes Gewicht habe - "und darauf sind wir stolz". Personalfragen würden hier von unten nach oben entschieden.

Dass Hübner auch seine Unterstützung habe, betonte Martin Seibert. Er verwies auf einen Charakterzug des Juristen, der ihm imponiere: "Der Uli kann gut alle einbinden." Als Marschrichtung für 2020 gab Seibert vor: "Wir müssen unsere Pfründe rausstellen - mit intellektuell fähigen Köpfen."

Im Licht der angestrebten Kandidatur können die vorherigen Anmerkungen Hübners zu den Themen der Fraktionsklausur schon als Wahlkampfauftakt gelten. So hatte er OB Michael Cerny (CSU) Defizite bei der Führung der Verwaltung vorgeworfen, die darin gegipfelt hätten, dass deren Beschlussvorschlag zur Zukunft der Raigeringer Schule dem zuvor klar geäußerten Willen des OB zuwidergelaufen sei. In puncto Innenstadtentwicklung forderte Hübner: "Wir müssen endlich mal liefern, wir haben überall Stillstand."

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