11.03.2018 - 10:44 Uhr

Ausschuss soll zweite Abbiegespur an Sulzbacher und Bayreuther Straße kippen JU sauer und "entrüstet" über Stadt

Die JU ist "erstaunt, entrüstet" und spricht von "Frechheit": Deutlich kritisiert sie die Stadtverwaltung für einen Vorschlag, der am Mittwoch im Verkehrsausschuss auf der Tagesordnung steht. Das Gremium soll den Modellversuch einer zweiten Linksabbiegespur für Bayreuther und Sulzbacher Straße kippen.

Der JU-Kreisvorstand mit (von links) Matthias Weigl, Julia Storg, Tobias Neudecker, Nico Harrer und Bastian Prechtl setzt sich für den Modellversuch des doppelten Linksabbiegens in Sulzbacher- und Bayreuther Straße ein. Bild: exb
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Diese Maßnahme hatte die JU Amberg vor rund einem Dreivierteljahr gefordert, im Juli wurde sie dann nach ihrer Auskunft im Verkehrsausschuss beschlossen, jetzt solle sie wiederum im selben Gremium zurückgenommen werden. "Mit großem Erstaunen mussten wir feststellen, dass die städtische Verwaltung dem Verkehrsausschuss vorschlägt, den Beschluss zum Projektversuch ... zurückzunehmen", heißt es in einer Pressemitteilung der JU, die Bastian Prechtl, den Vorsitzenden des Ammersrichter Ortsverbands und Hauptinitiator der Idee zitiert.

Dass dieser Vorschlag seinerzeit federführend aus den Reihen seiner Vereinigung kam, liegt für ihn auf der Hand, denn gerade die Buslinien und Berufspendler aus dem Amberger Norden seien in den Morgenstunden besonders von den sich bildenden Staus in den Altstadtring betroffen. "Das Problem besteht ja nach wie vor, die Buslinie zwei schafft es zu den morgendlichen Stoßzeiten fast nie, pünktlich zum Bahnhof zu kommen, und in der Bayreuther Straße stauen sich die Autos beinahe zurück bis zur Tankstelle", ergänzt JU-Kreisvorsitzender Tobias Neudecker, der die Stellungnahme an die AZ sandte.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten die JU'ler nach seiner Auskunft mehrmals bei städtischen Mandatsträgern nachgefragt, wann der beschlossene Modellversuch starte. Jedes Mal sei dabei auf die Stadtverwaltung verwiesen worden, die den bestehenden Beschluss zeitnah umzusetzen habe. "Jetzt nur durch Zufall über die Veröffentlichung der Tagesordnung des Verkehrsausschusses davon zu erfahren, dass vonseiten der Verwaltung vorgeschlagen wird, diesen Beschluss zurückzunehmen, empfinden wir gelinde gesagt als Frechheit", macht Neudecker seinem Unmut Luft. In der Vorlage heiße es, dass der Versuch "aufgrund der mangelnden Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Verkehrsflusses" unterbleiben solle.

"Wie kann man das denn behaupten, ohne jemals auch nur einen Tag das doppelte Linksabbiegen getestet zu haben?", ärgerte sich laut Presseinfo Bastian Prechtl in einer Vorstandssitzung. In anderen Städten, wie zum Beispiel in Regensburg, sei das doppelte Linksabbiegen Standard und funktioniere ohne Probleme. Prechtl findet es "schade, dass sich die städtische Verwaltung offenbar nicht zutraut, diesen Modellversuch zu testen".

Selbst wenigstens den Bussen an dieser Stelle durch eine eigene Linksabbiegespur in der Sulzbacher Straße eine Zeitersparnis zu ermöglichen, werde im Sachstandsbericht des Stadtplanungsamtes abgelehnt, da dies angeblich keine Zeitersparnis bringe. "Wer so etwas behauptet, ist noch nie morgens in einem Linienbus zum Bahnhof gesessen und war darauf angewiesen, dass dieser pünktlich ankommt", wundert sich Neudecker weiter.

"Wir als Junge Union können nur an alle Mitglieder des Verkehrsausschusses appellieren, diesen Beschlussvorschlag mehrheitlich abzulehnen und sich für die Umsetzung des Modellversuchs einzusetzen", fordert Prechtl. Neudecker noch klarer: "Es muss doch auch in der Stadt Amberg möglich sein, Beschlüsse umzusetzen und nicht mit einem halben Jahr Verzögerung, ohne dass auch nur ein Handgriff getätigt wurde, diese wieder kippen zu wollen."

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