10.11.2017 - 10:50 Uhr
Oberpfalz

Aussichtsturm auf die lange Bank geschoben Wenig Aussicht auf Aussicht

Einen neuen Blick auf die schöne Landschaft rund um Amberg wollte die SPD erschließen. Ein Turm auf den Mariahilfberg, so die Idee, sollte errichtet werden. Daraus wird wohl - erst einmal - nichts werden.

Die Blicke vom Mariahilfberg sind spektakulär. Mit einem Aussichtsturm wird es trotzdem nichts.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Vor einigen Wochen hatte die SPD-Idee von einem Aussichtsturm auf dem Mariahilfberg das Licht der Welt erblickt - und war in den sozialen Medien und bei der Mehrheit der Bauausschussmitglieder mit wenig Gegenliebe bedacht worden. Es waren nicht nur die enormen Kosten, die sich nach ersten Schätzungen im Millionenbereich bewegten, die auf Facebook bemängelt wurden. Viele der Diskutanten dort bezweifelten, dass man überhaupt einen solchen Turm braucht.

Entsprechend gering fiel der Widerstand der SPD-Stadträte Uli Hübner und Dieter Amann am Mittwoch im Bauausschuss aus, als das Projekt mehr oder wenig geräuschlos beerdigt wurde. Zwar stimmten die beiden SPD-Stadträte formal für ihren eigenen Antrag, hatten aber offensichtlich kein Problem damit, von der Mehrheit überstimmt zu werden.

Zumal der Aussichtsturm auch nicht im Haushalt 2018 eingestellt ist, wie OB Michael Cerny in der Sitzung anmerkte. Bis 2019, so sein Hinweis, werde sich da ohnehin nichts bewegen. "Ich denke, das müssen wir erst einmal hinten anstellen", so Cerny. Davor hatte Baureferent Markus Kühne zwei Varianten vorgestellt, wie so ein Turm aussehen könnte. Er war ja beauftragt worden, nach einer billigeren Lösung zu suchen und nahm als Beispiel den Stahlturm in Thurndorf bei Kirchenthumbach. Seiner Hochrechnung nach ließe sich demnach eine ähnliches Konstrukt auf dem Mariahilfberg für rund 540 000 Euro verwirklichen - geschätzt.

Dass es auch wesentlich teurer geht, zeigte er mit der gewaltigen Holzkugel, die am Steinberger See errichtet wird: Sie kostet rund 5,5 Millionen Euro. Finanziert wird sie allerdings von Privatunternehmern. Generell überhaupt keinen Turm will Bernhard Schöppl (CSU). "So etwas brauchen wir nicht. Bei uns in der Region gibt es genügend Aussichtstürme", machte er seine Ablehnung deutlich.

Nichts Neues am Eichenhain

Schritt für Schritt geht der Bebauungsplan Eichenhain im Bereich der Rezerstraße am Galgenberg seiner Vollendung entgegen. In der Sitzung des Bauausschusses bekräftigten alle Parteien ihre jeweiligen Positionen, die von Zustimmung (CSU) bis zur Ablehnung (SPD/Grüne/Bunt) reicht. Gebaut wird dort aber auf jeden Fall. Gibt es keinen neuen Bebauungsplan, wird der alte umgesetzt. (ass)

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