26.10.2017 - 15:40 Uhr
Oberpfalz

Brandelik: "Werden Anmerkungen der Bürger prüfen" Gewerbebau kontert Heimatpflegerin

Nicht unwidersprochen stehen lassen will Gewerbebau-Chef Karlheinz Brandelik die Vorwürfe von Stadtheimatpflegerin Beate Wolters zum Info-Tag der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft für die Neue Münze vom vergangenen Wochenende vor Ort. "Wir werden selbstverständlich die größtenteils sachlich vorgetragenen Anmerkungen der Bürger bei unseren weiteren Schritten ernsthaft prüfen", versichert der Geschäftsführer in seiner "Richtigstellung".

Die Gewerbebau Amberg gewährte einen Einblick in das seit 14 Jahren leerstehende Kaufhaus Forum, es soll teilweise abgerissen und neu errichtet werden.
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

In dieser verwahrt sich Brandelik eingangs dagegen, dass seitens der Gewerbebau Informationspolitik betrieben worden sei, wie von Wolters behauptet. Vielmehr hätten sich Menschen direkt am Objekt einen Einblick in die Gebäude und in die Faktenlage verschaffen können.

Zu den von der Heimatpflegerin angesprochenen Fassaden im Innenhof des Ex-Forums erklärt Brandelik: "Dieser besteht aus zwei Fassaden, die nordöstliche (in Richtung Bahnhof) sowie die südwestliche (in Richtung Marktplatz). Die nordöstliche wurde 1762/65 zum Zwecke der Erweiterung der Bahnhofstraße 12 für die Gewehrfabrik zweigeschossig errichtet. Das zweite Obergeschoss wurde zum größten Teil erst 1950 aufgesetzt. Bei der letzten großen Umbaumaßnahme des Kaufhauses Storg in den Jahren 1979 bis 1981 wurde die Fassade im Erdgeschoss komplett erneuert. Wesentliche Teile der Fassade entstammen somit nicht dem Barock, wie von Frau Wolters ausgesagt."

Brandelik bezieht sich weiter auf die im Februar 2017 fertig gewordene Befunduntersuchung. Aus ihr gehe hervor, dass die beiden langen Flügel in den Jahren 1762/65 entstanden seien. Beide seien mit Blendarkaden und Pilastern versehen, der westliche (Richtung Marktplatz) noch weitestgehend im Originalzustand erhalten, der östliche (Richtung Bahnhof) massiv umgebaut. Im Detail: "Erweiterung des zweiten Obergeschosses um 1950 über die gesamte Länge des ersten Obergeschosses... . 1979 bis 1981 vermutlich Rückbau der barocken Substanz. Im Erdgeschoss zum Innenhof hin erfolgte eine Neugestaltung mit bewehrtem Beton nach historischem Vorbild. Die umfangreichen Eingriffe in die Bausubstanz durch die Umbaumaßnahmen 1979 bis 1981 geschahen im Übrigen ohne grundsätzliche Einwände des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege" so Brandelik.

Angesichts der Stimmen, die im Falle einer Um- und Neugestaltung auf ein historisches Aussehen pochen, sagt der Geschäftsführer auf Nachfrage: "Natürlich könnten wir das auch machen. Dann aber kommen andere Kritiker, die dagegenhalten, wir seien 2018 nicht in der Lage, zeitgemäß zu bauen."

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