11.07.2017 - 16:28 Uhr
Oberpfalz

Bürgerspitalgelände und Forum sorgen für Diskussionen im Stadtrat Alle gegen die Grünen

Bürgerspitalgelände und ehemaliges Forum in der Bahnhofstraße - das ließ in der letzten Sitzung des Stadtrats vor der Sommerpause noch einmal heiße Diskussionen erwarten. Und tatsächlich redeten sich die Stadträte die Köpfe heiß. Zunächst über die Neugestaltung des Bürgerspitalgeländes. Helmut Wilhelm (Grüne) übernahm die Rolle des Generalkritikers, der den Verantwortlichen ihre Planung um die Ohren haute.

Ein Teilabriss des ehemaligen Kaufhaus Forum in Amberg war Thema im Stadtrat. Archivbild: Hartl
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die neue Ausfahrt der Tiefgarage über den Spitalgraben hält er ebenso für einen Fehler wie die Einfahrt über die Bahnhofstraße. "Aber den Keltenfürsten in seinem Grab wird das nicht stören, er darf ja umziehen", sagte er mit einem Sarkasmus und dem Hinweis, die Anwohner dort könnten das ja nicht. Aber auch der künftige Besatz des Areals mit einem Drogeriemarkt und einem Lebensmittler konnte Wilhelm nicht überzeugen. Beide Firmen, so sein Vorhalt, seien in unmittelbarer Nähe bereits vertreten.

"Das ist ein wesentlicher Baustein für unsere Zukunft", hielt im Helmut Weigl (CSU) entgegen und proklamierte für sich, für die Generation zu sprechen, "die nicht zu den Kelten zurückschaut." Und auch Uli Hübner (SPD) sah das Positive. "Das ist das zentrale Thema dieser Legislaturperiode", ergänzte er, merkte aber selbstkritisch an, das Auswahlverfahren für den Investor sei sehr undurchschaubar und für den Bürger nicht direkt nachzuvollziehen gewesen.

Abbruch der Gebäude

Letztendlich stimmte der Stadtrat gegen die Stimmen der Grünen, der ÖDP und von einigen SPD-Mitgliedern für die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans auf dem Bürgerspitalgelände. Wesentlich deutlicher fiel das Votum in Sachen "Storg" aus. Das ehemalige Kaufhaus soll zu großen Teilen abgebrochen und neu aufgebaut werden. Im Prinzip bleibt nur die denkmalgeschützte Fassade der Alten Münze stehen, dahinter wird größtenteils abgeräumt.

Geschoss- und Raumhöhen, so begründete das Baureferent Markus Kühne, entsprächen einfach nicht mehr den heutigen Anforderungen. "Mir tut es auch weh, wenn ich abreißen muss, aber die Fehler in der Denkmalpflege wurden hier bereits vor Jahrzehnten gemacht." Und deutlicher: "Das Schlachten des Denkmals ist schon erfolgt."

Völlig konzeptionslos

Als "völlig konzeptionslos" bezeichnete hingegen Helmut Wilhelm die Planung des Eigentümers, der städtischen Gewerbebau. Die damit verbundenen Eingriffe könnten wohl als die schlimmsten in der Stadtgeschichte der letzten 100 Jahre bezeichnet werden. Eine Ansicht, die der Rest der Stadträte allerdings nicht teilte. "Ich wehre mich gegen das ständige Bashing einer städtischen Tochter", nahm Birgit Fruth die Gewerbebau in Schutz.

Und OB Michael Cerny sagte nach einiger Zeit: "Bei einige Wortmeldungen stelle ich mir schon die Frage: Hören Sie das zum ersten Mal?" Wesentlich deutlicher ging CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann mit Wilhelm ins Gericht. "Ihnen geht es nur darum, Investoren aus der Stadt zu vertreiben." Gegen die Stimmen der vier Grünen erteilte das Gremium letztendlich die Baugenehmigung für das Storg-Areal.

Den Keltenfürsten in seinem Grab wird das nicht stören, er darf ja umziehen.Kommentar von Helmut Wilhelm (Grüne) zur neuen Tiefgaragenausfahrt über den Spitalgraben
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