22.02.2018 - 15:58 Uhr

Bund Naturschutz macht auf das weltweite Bienensterben aufmerksam Wenn Menschen Blüten bestäuben müssen

Jedes Jahr zeigt der Bund Naturschutz (BN) einen Film, der den Naturschutzgedanken stärken will. Dieses Jahr fiel die Wahl auf den vielfach preisgekrönten Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof, der mit "More than Honey" auf das weltweite Bienensterben aufmerksam macht.

Als ihn der Bund Naturschutz fragt, ob er den Film "More than Honey" im Ring-Theater zeigen kann, muss Inhaber Andreas Wörz (links) nicht lange überlegen. Weiter von links: Beate Mai, Freya Zobel und Hans-Jürgen Bumes von der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe. Bild: Steinbacher
von Autor ZOProfil

Obwohl bereits 2012 gedreht, hat die Thematik des Films nichts von ihrer Aktualität verloren. Im Gegenteil: Im vergangenen Sommer war für jedermann zu beobachten, dass es nicht nur deutlich weniger Bienen, sondern überhaupt weniger Insekten gab. Woher kommt dieses Insektensterben? Wie ist das globale Bienensterben zu erklären? Um diese Fragen zu beantworten, sucht Imhoof, selbst Sohn eines Imkers aus dem Berner Oberland, die Antwort bei industriell arbeitenden Wanderimkern in den USA ebenso wie bei Hobbyimkern in den Schweizer Bergen und Bienenforschern in Australien. In China, wo es durch verfehlte politische Maßnahmen keine Bienen mehr gibt, beobachtete er, wie Wanderarbeiter die Obstbaumblüten mühsam von Hand bestäuben, damit sich Früchte entwickeln. Eine Arbeit, die die Bienen und andere Insekten unentgeltlich für die Menschheit machen.

Wie wertvoll diese Arbeit ist, zeigt Imhoof in eindrucksvollen Bildern von kilometerlangen Plantagen mit blühenden Mandelbäumen in Kalifornien. Ohne die Bestäubung von Abermillionen Honigbienen, die die Wanderimker auf riesigen Trucks zu den Plantagen bringen, gäbe es keine kalifornischen Mandeln, die den Weltmarkt zu 80 Prozent beherrschen. "Da fliegt pures Geld", meint einer der Imker, als er seinem Bienenschwarm nachschaut, der sich auf die weißen Mandelblüten stürzt. Doch auch er muss zugeben, dass der Stress der langen Autofahrten, die Medikamente, um die Tiere ruhig zu halten, aber auch die Pestizide, mit denen die Plantagen besprüht werden, den Tieren gewaltig zusetzen. Komplettausfälle von ganzen Bienenvölkern sind die Folge.

Am Beispiel der afrikanisierten Honigbiene, der sogenannten Killerbiene, zeigt Imhoof, wie eine nicht domestizierte, also vom Menschen auf bestimmte Merkmale wie Sanftmut gezüchtete, Biene viel robuster sein kann. Sie widersteht Krankheiten und Temperaturschwankungen, ist aber auch deutlich aggressiver.

Imhoof kommt zu der Erkenntnis, dass es letztlich der Mensch ist, der in seinem Streben nach immer mehr Gewinn einen seiner wertvollsten Helfer bei der Produktion von Nahrungsmitteln schädigt und schließlich vernichtet. Denn die Biene liefert eben mehr als Honig. Sie ist mit ihrer Arbeit der Garant für viele der täglichen Lebensmittel.

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