23.07.2017 - 20:52 Uhr
Oberpfalz

Bundeswehr Panzerbrigade 12 ab April in Cham

Auslandseinsätze, Aufträge zur Abschreckung an der Nato-Ostgrenze und die Einführung des neuen Schützenpanzers "Puma" - mit diesen Aufgaben hätte die Panzerbrigade 12 genug zu schultern. Doch es steht auch noch der Umzug an.

Beim Kommandowechsel im vergangenen Jahr traten zum letzten Mal Abordnungen aller Bataillone der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" in der Leopoldkaserne an. Im April 2018 muss der Stab nach Cham umziehen. Bild: Petra Hartl
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Mit einem Großen Zapfenstreich wird sich die Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" im Frühjahr von Amberg verabschieden. Diese Zusage hat der Kommandeur, Brigadegeneral Jörg See, aus dem Verteidigungsministerium erhalten. Er will "erhobenen Hauptes aus Amberg weggehen und erhobenen Hauptes in Cham angekommen". Das, so macht der 50-Jährige im Gespräch in seinem Büro in der Leopoldkaserne in Amberg deutlich, haben die Menschen in der Garnisonsstadt Amberg und im künftigen Standort Cham verdient. Denn: Ein Großer Zapfenstreich ist eine besonders würdige, nicht alltägliche militärische Abschiedszeremonie. Sie wird nicht jedem zu Teil.

Der Plan ist ehrgeizig: Nicht länger als eine Woche soll der Brigadestab nach Ostern geschlossen sein, danach soll alles wieder laufen - in Cham. In Amberg bleibt eine Nachhut. Bis Ende des Jahres 2018 sollen auch die übrigen Bundeswehr-Dienststellen, darunter der Militärische Abschirmdienst (MAD) und die Feldjäger die Leopoldkaserne verlassen haben.

Führung in Litauen

Der Umzug ist nicht die einzige Aufgabe, die der Stab der "Zwölfer" im nächsten Jahr schultern muss. Anfang 2019 soll die Brigade fähig sein und bereit sein, binnen 30 Tagen zwei Nato-Kampfverbände in Litauen zu kommandieren. Das ist Teil der Abschreckungsstrategie der transatlantischen Allianz gegenüber Russland. Mit dem Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach (Kreis Schwandorf), das derzeit zurückkehrt, stellte die Brigade seit Januar den ersten Leitverband für die Kampfgruppe in Litauen im Zuge der Nato-Operation "Enhanced Forward Presence". Unterstützt wurden die Oberviechtacher aus allen Bataillonen der Panzerbrigade 12. Nach den derzeitigen Planungen fällt es Anfang des Jahres 2019, wenn die Brigade wieder an der Reihe ist, dem Panzerbataillon 104 aus Pfreimd (Kreis Schwandorf) zu, die Führung und den Großteil, rund 450 Soldaten des Nato-Bataillons in Litauen zu stellen.

Die beiden anderen Kampfverbände der "Zwölfer", das Panzergrenadierbataillon 112 in Regen und das Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach, können diese Aufgabe nicht übernehmen. Beide Verbände führen den neuen Schützenpanzer "Puma" ein, der den jahrzehntealten "Marder" ablöst.

Die Regener haben bereits begonnen, die Oberviechtacher beginnen Ende des Jahres. Das komplexe Waffensystem braucht Zeit, um es zu beherrschen und einzusetzen zu lernen. Wenn die Einführung des "Pumas" in zwei bis drei Jahren abgeschlossen ist, ist die Panzerbrigade 12 eine der beiden am modernsten ausgestattenen des Heeres.

Kosovo und Mali

Hauptaufgabe des deutsches Heeres bleiben aber auch in den nächsten Jahren die Auslandseinsätze. Das gilt auch für die Panzerbrigade 12. Ihre Soldaten müssen wieder in den Kosovo - so wie zu Beginn des Jahres die Männer und Frauen vom Panzerbataillon 104 - und nach Mali.

Im Herbst gehen rund 160 Soldaten vom Aufklärungsbataillon 8 aus Freyung in den zentralafrikanischen Staat, denn dort werden ihre Fähigkeit gebraucht. Deshalb sind die Freyunger nach den derzeitigen Planungen für einen weiteren Einsatz in Mali im Jahr 2019 vorgesehen. Afghanistan, wo in den vergangenen Monaten auch Soldaten der Brigade eingesetzt waren, bleibt den "Zwölfern" als Ganzes erspart. Allerdings werde es immer wieder Einzelabstellungen geben, sagt Brigadegeneral See.

Neben all dem läuft das, was die Bundeswehr Truppenausbildung nennt. Soldaten, Einheiten und Verbände müssen ihr Handwerk üben, so weit sie nicht im Ausland sind.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.