09.04.2018 - 13:28 Uhr
Oberpfalz

Bundeswehrkrankenhaus: Investor steht in den Startlöchern Vollbelegung im Ex-Bettenhaus

Zwei Leerzeichen und ein Firmenname sind Konzept: Aus "denkmalneu" wird denk-mal-neu, und das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus steht vor dem Durchbruch als ein eigenständiges urbanes Quartier.

Die Ästhetik der Statue im Park des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses ist ein untrüglicher Hinweis auf die Entstehungszeit. Das frühere Bettenhaus (Hintergrund) wurde 1938 fertiggestellt. In rund einem Jahr soll daraus ein Appartement-Komplex mit 119 Wohneinheiten geworden sein. Bild: Hartl
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Bisher spielt sich das laut Jürgen Dziumbla, einem der beiden Geschäftsführer der "denkmalneu"-Gruppe, eher im Verborgenen und hauptsächlich auf dem Papier ab. Doch sein Zeitplan ist sportlich. Aus dem ehemaligen Bettenhaus des 2007 stillgelegten Bundeswehrkrankenhauses (BWK) im Stadtsüden möchte er 119 Appartements mit einer "Fertigstellungsgarantie zum 30. Juni 2019" machen. 116 seien bereits verkauft, die restlichen drei notariellen Beurkundungen terminiert. Nach dem Eigentümerwechsel Ende 2016 von der in Konkurs gegangenen Golden Gate AG auf die im Raum Forchheim ansässige "denkmalneu"-Gruppe wurde das Konversions-Projekt auf neue konzeptionelle Beine gestellt. Schwebte dem ursprünglichen Investor noch eine überwiegend fachmedizinisch ausgerichtete Nachfolgenutzung der Kernsubstanz vor, so strebt der jetzige Immobilienentwickler einen ausgewogenen Mix aus Gewerbe und Wohnen - im Jargon Work-Life-Balance - an.

Beide Pole haben bereits auf dem rund acht Hektar umfassenden Areal Fuß gefasst. Die bisherige Entwicklung scheint aber noch nicht allzu feinfühlig aufeinander abgestimmt zu sein. Das möchte Dziumbla natürlich ändern und sagt: "Das ist auf einem guten Weg." Dazu ist eine bauleitplanerische Umwidmung von einem Sonder- in ein auf die neuen Bedürfnisse abgestimmtes Mischgebiet erforderlich.

Das Verfahren läuft laut dem Investor einvernehmlich mit der Stadt in die gewünschte Richtung. Er rechnet in wenigen Wochen mit der Rechtskraft des nötig gewordenen neuen Bebauungsplanes. Deshalb, so Dziumbla, seien die Ausschreibungen für den Umbau des Ex-Bettenhauses in eine Appartement-Anlage mit einer Gesamtwohnfläche von 4500 Quadratmetern bereits draußen. Losgelegt werde aber erst, wenn baurechtliche Sicherheit herrsche.

Nahversorger kommt

Als zentralen Anker greift der Immobilienentwickler auf einen schon ursprünglich vorgesehenen SB-Markt als Nahversorger am nordwestlichen Rand des BWK-Geländes zurück. Der ursprüngliche Bebauungsplan sah dieses Geschäft mit einer Verkaufsfläche von bis zu 1400 Quadratmetern auch vor. So wie sich Dziumbla gibt, scheint dieser Entwicklungsschritt bis Mitte oder Ende nächsten Jahres lediglich noch der Formsache der Umsetzung zu bedürfen.

Weitere Akzente

Sein Unternehmen denkt schon weiter. Konzentrierten sich die bisherigen Anstrengungen auf die steuer- und förderrechtlich interessante Sanierung von Altbausubstanz - das Bettenhaus entstand in den Jahren 1936 bis '38 -, so sollen in einem zweiten Schritt die Voraussetzungen für eine Verdichtung mit Neubauten auf dem an den Rändern weitläufigen Areal geschaffen werden. Auch in diesem Punkt gibt sich Dziumbla optimistisch. Hier möchte sein Unternehmen unter anderem Wege in Richtung Betreutes Wohnen und Tagespflege einschlagen.

Das ist auf einem guten Weg.Jürgen Dziumbla über die Entwicklung auf dem BWK-Gelände
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