04.12.2017 - 11:42 Uhr
Oberpfalz

Bundesweite Initiative jetzt auch in Amberg Demokratie geht alle was an

Nach dem Vorbild von 260 Städten, Landkreisen und anderen kommunalen Zusammenschlüssen etabliert sich nun auch in Amberg für zwei Jahre das Projekt Partnerschaft für Demokratie. Dieses Bundesprogramm soll dabei helfen, strukturell angelegte lokale oder regionale Bündnisse aufzubauen.

Sie tragen Verantwortung für das Projekt Partnerschaft für Demokratie in Amberg: Juba Akili (links) und Thorsten Höcht. Bild: Uschald
von Autor USCProfil

Amberg. (usc) In dem Projekt, das nun im Musikomm vorgestellt wurde, kommen die Verantwortlichen aus der kommunalen Politik und Verwaltung sowie Aktive aus der Zivilgesellschaft zusammen: Vereine, Verbände, Kirchen und Privatpersonen. Anhand der lokalen Gegebenheiten und Problemlagen entwickeln alle gemeinsam eine auf die Situation vor Ort abgestimmte Strategie.

Für das Bundesprogramm "Demokratie leben!", das gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit agiert, wurden nach Angaben des Bundesfamilienministeriums mittlerweile einschließlich Amberg 261 Kommunen ausgewählt. Sie werden durch kostenfreie Beratungs- und Coachingangebote begleitet.

Das Bundesministerium stellt jährlich Geld für einen Aktions- und Initiativ-Fonds zur Verfügung, aus dem konkrete Einzelmaßnahmen finanziert werden können. Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Demokratie-Fest, eine Plakataktion oder um Lehr- und Infomaterialien handeln. Laut Projektbetreuer Juba Akili laufen bereits Planungen zur Gründung des Amberger Begleitausschusses. Zur Koordinierung der Einzelmaßnahmen richtet die Stadt eine Fachstelle ein, die in der Regel bei einem freien Träger angesiedelt ist. Zudem finden pro Jahr zwei lokale Demokratie-Konferenzen statt. Zur Stärkung der Beteiligung von jungen Menschen werden darüber hinaus Jugendforen eingerichtet.

Wie Anja Skrypek von der Regiestelle des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bei der Auftaktkonferenz im Musi-komm ergänzend erläuterte, gelte es, zunächst ehrenamtliche Multiplikatoren für Amberg zu finden. Als strategische Ziele nannte Coach Annegret Zacharias: Förderung und Stärkung des Engagements, einer vielfältigen lokalen Kultur des Zusammenlebens, Bearbeitung lokaler Problemlagen und Fortschreibung des Handlungskonzepts in der Demokratie-Konferenz sowie in Kooperation mit regionalen Netzwerken, Begleitausschuss und Zivilgesellschaft.

Als Zielgruppen definierte Zacharias die Zivilgesellschaft: Kinder, Jugendliche und junge Menschen, Erziehende, Lehrerschaft, Sozialarbeiter, Multiplikatoren aus dem Ehrenamt, aus Vereinen und Verbänden sowie Mitarbeiter aus der Verwaltung. Zacharias bezifferte die finanzielle Unterstützung auf rund 35 000 Euro pro Jahr. Der Jugend-Fonds werde mit rund 10 000 Euro ausgestattet. Als Ansprechpartner vor Ort firmieren Juba Akili in der Koordinierungs- und Fachstelle beim Stadtjugendring und Projektbetreuer Thorsten Höcht bei der Stadtverwaltung.

Oberbürgermeister Michael Cerny betonte in seinem Grußwort, Demokratie sei das wichtigste Gut, "was wir haben und das wir verteidigen müssen". Der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Christoph Tresch, brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die von ihm geleitete Vereinigung und die Stadt Amberg ihren Beitrag leisten, Demokratie zu demonstrieren und zu fördern: "Wir haben schlagkräftige Akteure vor Ort, die wir unterstützen und vernetzen wollen. Mit der Trägerschaft haben wir nun ein geeignetes Instrument."

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