01.05.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Christian Dietl bei Maikundgebung am Schrannenplatz "Betriebsratsarbeit ist gelebte Demokratie"

Trotz eher durchwachsenen Wetters war der Schrannenplatz zur Maikundgebung ordentlich gefüllt. Rund 400 Menschen nahmen an den Bierbänken Platz, darunter auch Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU), Bürgermeisterin Brigitte Netta (SPD), einige Stadt- und Gemeinderäte sowie Vertreter der Bürgerinitiative 'Amberg hilft Menschen'. DGB-Stadtverbandvorsitzender Bernhard Wallner zeigte sich begeistert: "Ich freue mich, dass sich so eine stattliche Zahl an Menschen zusammengefunden hat."

Über die große Beteiligung am Mai-Demonstrationszug freuten sich die Organisatoren in Amberg. Bilder: Hartl (2)
von Wolfgang RuppertProfil

Zunächst wandte sich Matthias Winter, Vorsitzender des IG Metall-Ortsjugendausschusses, an die versammelte Menge: "Jeden Tag bekommen wir mit, dass irgendwelche Scheindiskussionen geführt werden, nur um von den wirklichen Problemen abzulenken", beklagte er. "Wir müssen etwas gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft unternehmen. Lasst uns für ein solidarisches Miteinander einstehen." Hauptredner Christian Dietl, DGB-Regionsgeschäftsführer der Oberpfalz, verkündete, die Gewerkschaften hätten in diesem Jahr einen besonderen Anlass, um mit Stolz auf ihre Erfolge zurückzublicken. Im November jähre es sich zum 100. Mal, dass das Stinnes-Legien-Abkommen von Gewerkschaften und Arbeitgebern unterzeichnet wurde. "Damals wurden die historischen Grundlagen geschaffen für Tarifautonomie, betriebliche Mitbestimmung und Acht-Stunden-Tag", erinnerte er.

Die Maikundgebung stehe heuer unter dem Motto 'Solidarität - Vielfalt - Gerechtigkeit'. "Dafür kämpfen wir", versprach Christian Dietl. Dennoch gebe es auch einige Baustellen, die in Angriff genommen werden müssten. "Drei Viertel aller Deutschen halten Mitbestimmung für einen Erfolgsfaktor der Sozialen Marktwirtschaft, so Dietl, "trotzdem geht die Zahl der Betriebe mit Betriebsrat seit 20 Jahren kontinuierlich zurück."

Beim Thema Mitbestimmung müsse sich deshalb sowohl in den Köpfen der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer etwas ändern. "Betriebsratsarbeit ist gelebte Demokratie. Flexibilität bei der Arbeitszeit nützt oft nur dem Arbeitgeber. Für unsere Kollegen bedeutet das: Arbeitsverdichtung, mehr Stress, höherer Druck."

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