12.12.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

CSU-Stadtratsfraktion besichtigt Digitale Gründungsoffensive Ökosystem für digitale Gründer

Wer in Amberg studiert, der bleibt meist auch in der Region. Und wenn er dann auch noch die passende Hilfestellung beim Aufbau seines eigenen Unternehmens bekommt, steht einer weiteren digitalen Erfolgsgeschichte nichts mehr im Wege.

Die CSU-Fraktion schaute sich vor Ort die Digitale Gründeroffensive Oberpfalz an der OTH-Amberg an. Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik (Mitte) erläuterte die Hintergründe. Bild: Wolfgang Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Nun existiert mit dem Amberger Technologiezentrum I (ATC), das auf dem Campus der OTH angesiedelt ist, bereits ein erstes Gründerzentrum. Das ist aber meistens bis unters Dach und darüber hinaus voll. Mit dem ATC II, das direkt gegenüber im ehemaligen Kompaniegebäude A untergebracht ist, kann diese Lücke jetzt geschlossen und um einen Schwerpunkt erweitert werden: die digitale Entwicklung.

Die CSU-Stadtratsfraktion schaute sich das neue ATC samt angeschlossener Digitaler Gründeroffensive Oberpfalz (DGO) am Montagabend einmal an. Genauer gesagt, wollte sich das Gebäude anschauen, kam aber nicht weiter als bis in den Hausflur. Denn tatsächlich, so erklärte das Karlheinz Brandelik von der für den Bau und Unterhalt federführenden Gewerbebau GmbH, haben sich Hochschule und DGO bereits die Räume gesichert und diese in ihren Besitz genommen. Also an sich schon ein Indiz dafür, dass auch das ATC II ein voller Erfolg werden wird.

Ohne Risiko starten

"Wir können damit die Studenten dazu motivieren, ohne großes finanzielles Risiko zu starten", umrahmte OB Michael Cerny die Absicht, die dahinter steckt. Denn die Büromiete und die Ausstattung bei der DGO werden gestellt, dafür stehen der Freistaat Bayern und örtliche Unternehmen gerade. Im besten Falle, so Cerny, bleiben die Gründer eine Zeitlang im Zentrum und starten von hier aus dann ihr eigenes Unternehmen - oder sie gehen eine Kooperation mit einer ansässigen Firma ein.

600 000 Euro Zuschuss zu den Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro war das dem Freistaat Bayern wert, so sagte Brandelik. "Wir haben damit ein optimales Ökosystem für junge, gut ausgebildete Leute geschaffen." Für die kommenden 15 Jahre sei die Infrastruktur dafür vom Freistaat gesichert, die beteiligten Unternehmen hätten sich zunächst einmal zwischen einem und fünf Jahren verpflichtet, ihren Beitrag zu erbringen.

Motor der Entwicklung

"Es ist schon erstaunlich, wie rasend die digitale Entwicklung fortschreitet", kommentierte CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann das. Seiner Ansicht nach kann sich die Hochschule mit dieser Einrichtung noch mehr zu einem wissenschaftlichen Motor der Stadt entwickeln. "Vielleicht kommt ja noch der ein oder andere Studiengang hinzu", so hoffte er. "Wir müssen da selbstbewusster werden."

Was Mußemann und auch OB Cerny aktuell Sorgen bereitet, ist die Entwicklung im benachbarten Nürnberg, wo eine von Erlangen unabhängige Universität entstehen soll. Hier besteht die Befürchtung, dass diese teilweise die gleichen Fächerkombinationen anbieten könnte, wie es die OTH Amberg-Weiden jetzt schon macht und dem Standort damit das Wasser abgräbt.

"Wir brauchen da eine ganz klare Abgrenzungserklärung", forderte Michael Cerny. "Denn wenn ein junger Mensch erst einmal woanders zum studieren hingeht, dann bleibt er anschließend auch weg."

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.