17.10.2017 - 11:02 Uhr
Oberpfalz

CSU-Stadtratsfraktion sucht nach neuen Industrie- und Gewerbeflächen Zauberwort Nachverdichtung

Der Filterhersteller Herding hat sich gerade erweitert, Baumann wird ohnehin ständig größer und andere wollen auch wachsen. Im Industriegebiet Nord wird es allmählich eng. Zu eng findet die CSU-Fraktion. Sie sucht nach Flächen für eine - möglichst umweltschonende - Erweiterung.

Im Schein der neuen LED-Leuchten diskutierte die CSU-Fraktion am Montagabend die Möglichkeiten, die das Industriegebiet Nord zur Erweiterungt bietet. Nachverdichtung könnte hier das Zauberwort sein. Bild: Petra Hartl
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Es ist Druck auf dem Kessel im Industriegebiet Nord. Aktuell steht der städtische Wirtschaftsförderer, die Gewerbebau, vor der Aufgabe, Flächen für vier dort ansässige Unternehmen aufzutreiben, die erweitern wollen. "Wir benötigen rund 20 000 Quadratmeter", sagte Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik am Montagabend beim Ortstermin der CSU-Fraktion im Herzen des Industriegebiets. 20 000 Quadratmeter, die es aber eigentlich nicht mehr gibt.

Dabei ist gerade das Industriegebiet Nord so wichtig für die Stadt. "Hier verdient die Stadt Amberg ihr Geld", machte Brandelik angesichts der "fleißigen" Gewerbesteuerzahler in diesem Bereich deutlich. Und es geht um Arbeitsplätze, wie CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann betonte. "Die beiden Großen, Grammer und Siemens, haben ja bereits den Abbau von Stellen angekündigt", so Mußemann. "Umso wichtiger ist es, die mittelständischen Unternehmen hier zu halten." Eine Erweiterung des Industriegebiets könnte schwierig werden - nicht zuletzt wegen der aus dem nahen Stadtteil Ammersricht zu erwartenden Widerständen dagegen. Die Lösung: "Wir müssen im Industriegebiet nachverdichten, wo es möglich ist. Das ist die ökonomischste und ökologischste Möglichkeit, um an neue Flächen zu kommen", machte Mußemann deutlich. Und man benötige keine vollständig neue Infrastruktur für die Erschließung. Eines war Mußemann aber wichtig: "Eine Stadt kann nur eine soziale Stadt sein, wenn sie genügend Arbeitsplätze besitzt."

Fast 25 000 Quadratmeter

Karlheinz Brandelik hat schon mal gerechnet. Weil bei der Erschließung des Industriegebiets Nord in den späten 70er Jahren auch das Prinzip Anwendung fand, dieses möglichst im Wald bei Immenstetten zu "verstecken", finden sich auch heute noch viele sogenannte bewaldete Schutzstreifen, die selbst nach Einschätzung von Umweltschützern keinerlei ökologische Funktion mehr erfüllen. Die könnten abgeholzt und zu Industrieflächen gemacht werden, so Brandeliks Rechnung. "Das wären fast 25 000 Quadratmeter, verteilt auf das gesamte Industriegebiet."

Ganz unproblematisch wäre diese "Neuerschließung" allerdings nicht, wie auch Elisa Puchner, die Leiterin des Stadtplanungsamts, deutlich machte. Denn die Abwasser- und Regenwasserkanäle stoßen bereits jetzt, rund 40 Jahre nach ihrem Bau, an ihre Kapazitätsgrenzen. Hier müsste anständig nachgebessert oder gleich neu gebaut werden. Aber das wäre nach Ansicht der CSU-Fraktion ein eher kleines Übel: "Wir müssen schauen, dass unsere Region top bleibt", machte Wirtschaftsförderer Brandelik deutlich.

Pläne für die Schlachthausstraße

Seit vielen Jahren hat die CSU-Fraktion nun schon ihre Heimat im ehemaligen Arbeitsamt an der Schlachthausstraße. Doch inzwischen hat sich die benachbarte Deprag, Weltmarktführer in Sachen Druckluftwerkzeuge, bis auf wenige Meter an das Gebäude herangeschoben. Doch nicht nur die Deprag will wachsen. Gut, dass es zwischen Schlachthaus- und Regensburger Straße eine unbebaute Fläche von über 6000 Quadratmetern gibt, die so nach und nach überplant und bebaut werden soll. "Wir denken da aber in Perspektive", machte Karlheinz Brandelik am Montagabend deutlich. Denn zunächst dient das Grundstück ja als Ausweichparkplatz während des Baus des neuen Parkdecks in der Marienstraße. Und danach werden wohl einige Flächen von der Bahn für den Neubau der Brücke in der Regensburger Straße gebraucht.

"Aber wir sind trotzdem in einem gewissen Zugzwang hier", sagte Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann mit einem Blick auf die nähere Zukunft. Denn auch der Verbrauchermarkt an der Sandstraße will neu bauen - am besten an der Schlachthausstraße. "Daher brauchen wir auch möglichst schnell ein Konzept für diesen Bereich", forderte Brandelik. Vor allem, weil die Deprag neue Flächen braucht.

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