02.03.2018 - 17:24 Uhr

CSU-Stadtratsfraktion trifft sich zum Ortstermin in Sachen LED Das Licht leuchtet ihnen

Einer Frau ist alles viel zu dunkel jetzt, einen Mann dagegen blendet das grelle Licht beim Autofahren. Der Ortstermin der CSU im D-Programm hat es in sich. Denn es geht um die Schwachstellen der bereits erfolgten Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik.

Es ist zwar nicht dunkel beim Ortstermin der CSU-Stadtratsfraktion in der Don-Bosco-Straße, aber sehr, sehr kalt. Es ging um Nachbesserungen bei der LED-Straßenbeleuchtung im D-Programm. Foto: Wolfgang Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Eisige Kälte herrscht am Donnerstagabend an der Don-Bosco-Straße im D-Programm. CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann hat diese Stelle aus dem Grund als Treffpunkt ausgesucht, weil hier bereits erste Nachbesserungen an der Beleuchtung vorgenommen wurden. Hier reichte es nach seinen Worten nicht aus, die vorhandenen Straßenlampen durch solche mit LED-Technik zu ersetzen. Hier wurden inzwischen die zu niedrigen Laternenmasten um rund zwei Meter erhöht und mit einer zweiten Leuchte versehen, wie er erklärt.

Dass nachgebessert werden muss, wofür 500 000 Euro im Haushalt bereitstehen, das ändert aber laut Mußemann nichts am Erfolg der Umstellung. "In nur einem Jahr haben wir alle 6300 Lampen im Stadtgebiet auf LED umgestellt", erläutert er den anwesenden Anwohnern. Beispielgebend für ganz Bayern sei das. Und mit einer Einsparung von rund 750 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus sehr ökologisch. Als angenehmer Nebeneffekt hätten sich außerdem die städtischen Stromkosten um rund 270 000 Euro reduziert - und zwar dauerhaft.

Schon 50 Jahre alt

Während Mußemann den politischen Teil abdeckt, erhellt Norbert Füger, der Leiter des städtischen Tiefbauamts die technische Seite der Maßnahme und deren Folgen. "Uns sind so allmählich die Energiekosten aus dem Ruder gelaufen", nennt er einen Grund, warum in Sachen Leuchten ohnehin gehandelt werden musste. Beispiel D-Programm: Hier seien die Straßenlaternen seit ungefähr 50 Jahren nahezu unverändert in Betrieb. "Da hätten wir in den nächsten Jahren was machen müssen."

Zweites Problem: Mehr als 100 unterschiedliche Lampentypen hätten die Lagerkapazitäten für Ersatzteile ziemlich beansprucht. Bei der Planung der Erneuerung der 6300 Lampenköpfe allerdings stieß seine Behörde an ihre Grenzen. "Ein Mann mit einer 0,3-Stelle sollte 620 Straßen berechnen", gab Norbert Füger einen Einblick in interne Abläufe. Da das aber nicht funktionieren konnte, ging man dazu über, sogenannte "Musterstraßen" zu entwickeln. Also Straßen zusammenzufassen, die ungefähr gleiche Bedingungen bieten. "Aus diesem Grund haben wir jetzt nur noch sechs Lampentypen und nicht mehr 100", sagt Norbert Füger.

Eine Musterrechnung kann seiner Aussage nach aber nicht umfassend allen Ausnahmen und Besonderheiten mancher Straßen gerecht werden. Viele der nach der Umrüstung aufgetretenen Probleme seien zudem nur subjektiver Art. "Wir haben jetzt zwischen den Lampen sogar mehr Licht als vorher - aber das glaubt mir keiner." Norbert Füger hat das eigenen Aussagen zufolge sogar nachgemessen. "Aber weil wir direkt unter den Lampen teilweise das vier- bis zehnfache der bisherigen Lichtstärke haben, sieht es aus, als ob es dazwischen jetzt deutlich dunkler wäre."

Richtige Probleme gibt es laut Füger nur dort, wo früher ganz wenige Lampen standen. Oder, wo sie einfach auf zu niedrige Stangen montiert waren, wie in der Don-Bosco-Straße. Dort hat das Team um Norbert Füger, das für die Nachbesserungen zuständig ist, zunächst an zwei Referenzlampen ausprobiert, ob eine Erhöhung und Ergänzung um eine weiter Leuchte erfolgreich wäre. "Da die Masten eine sehr große Standsicherheit haben, war das hier ohne Probleme möglich."

66 Hinweise erhalten

Die CSU-Fraktion sieht an diesem kalten Donnerstag das Ergebnis mit Genugtuung. Allerdings auch die noch immer kritischen Stellen. Beispielsweise die Einmündung in die Sebastian-Kneipp-Straße, wo trotz zusätzlicher Vollmondbeleuchtung finsterste Nacht herrscht. "Da müssen wir einfach Lampen ergänzen", sagt Füger mit dem Hinweis, dass im D-Programm leider die Kabel für die Leuchten in 1,80 Meter Tiefe liegen. Was auch nicht unproblematisch ist. Insgesamt hat Füger übrigens bisher 66 "Meinungsbekundungen" zu den Lampen bekommen. Die alle jetzt so nach und nach abgearbeitet werden.

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