09.05.2018 - 08:51 Uhr
Oberpfalz

Designierter OB-Kandidat der SPD erneuert Forderung Neustart für Gewerbebau

Uli Hübner will nicht mehr warten. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat sagt, er würde am liebsten heute statt morgen die Bagger anrollen lassen, um das leerstehende Kaufhaus Forum abreißen zu lassen. Im öffentlichen Teil der Sitzung des Bauausschusses am vergangenen Mittwoch hatte der designierte OB-Kandidat nach dem Stand der Dinge gefragt und nur eine knappe Antwort von Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) erhalten. "Wenn wir einen Ankermieter haben, dann können wir über einen Tektur-Plan reden", sagte dieser.

Die städtische Gewerbebau GmbH kümmert sich derzeit um Wirtschaftsförderung und gewerbliche Immobiliengeschäfte gleichzeitig.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die AZ hat nachgefragt, was Hübner als Oberbürgermeister denn anders machen würde. Im Gespräch legt er noch einmal nach und nimmt die für das Projekt Neue Münze federführend tätige Gewerbebau GmbH als städtische Tochter ins Visier. Er fordert für das Unternehmen einen strukturellen Neuanfang. "Es kann nicht sein, dass die Gewerbebau einerseits als Wirtschaftsförder-Stelle auftritt und externe Investoren berät, andererseits aber gleichzeitig Marktteilnehmer ist", sagt er.

Hübner verweist auf die Nachbarstadt Weiden, in der die Wirtschaftsförderung als Stabsstelle im Rathaus angesiedelt ist. Sie wird unterstützt von einem Wirtschaftsbeirat, der mit Vertretern der regionalen Wirtschaft besetzt ist. "Das wäre auch ein Modell für Amberg", schlägt Hübner vor. In diesem Fall könne sich die Gewerbebau GmbH weiterhin um ihre Immobiliengeschäfte kümmern. Alternative aus Sicht des SPD-Stadtrats: Die Gewerbebau wandelt sich zu einer reinen Wirtschaftsförderungsgesellschaft. "Dann kann sie aber in der Zukunft nicht mehr als Bauträger auftreten."

Wenn sich ein externer Investor für den Standort Amberg interessiere, erwarte er von einer städtischen Wirtschaftsförderung eine neutrale Beratung. Tritt dieses allerdings - wie im Fall der Gewerbebau beim Projekt Neue Münze - gleichzeitig als Vertragspartner auf, "beißt sich das einfach". Hübner bekräftigt damit eine Forderung, die die SPD bereits vor über einem Jahr aufgestellt hat. Er positioniert sich damit auch für das Jahr 2020. Die Stadtratsfraktion hat den 37-Jährigen im März als OB-Kandidaten vorgeschlagen.

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