15.03.2018 - 14:04 Uhr

Doppeltes Abbiegen in den Pfalzgrafenring großes Diskussionsthema im Verkehrsausschuss Busse dürfen sich ganz vorne einfädeln

"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie", sagte schon der alte Goethe. Wie recht er hatte, zeigte sich am Mittwoch im Verkehrsausschuss. Denn theoretisch war es eine gute Idee, an den Einmündungen von Sulzbacher und Bayreuther Straße in den Pfalzgrafenring das zweispurige Abbiegen zu ermöglichen. Wobei es am Mittwoch aber um das Gegenteil ging. Nämlich darum, dass diese Möglichkeit gar nicht möglich ist.

Bild: Hartl
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Gleich mehrere Gründe sprechen nach Aussage der Verkehrsexperten dagegen. Da sind die an sich viel zu engen Schleppkurven, die ein paralleles Abbiegen zweier Schwerlaster an sich nicht erlauben, nur der kleinste Grund. Hier könnte man mit einer Sperrung der linken Abbiegespur für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen schnell Abhilfe schaffen.

Deutlich schwerer wiegt die Fußgängerfrage. Laut der "Richtlinien für Lichtsignalanlagen" dürfen diese beim mehrfachen Abbiegen nämlich nicht über die Fahrbahn gehen. Es müsste also entweder die Fußgängerampel während des Abbiegevorgangs auf Rot stehen, oder aber gleich der gesamte Überweg aufgelöst werden. Eine Änderung der Ampelschaltung aber, so zeigte sich am Mittwoch schnell, scheint überhaupt nicht möglich zu sein.

"Wir müssen uns also noch einmal von ganz vorne an das Thema herantasten", gab OB Michael Cerny die Marschroute vor. Das bedeutet für ihn aber auch, dass es vor allem darum geht, die Pünktlichkeit der Busse zu erhöhen, die am Maxplatz zu den Hauptverkehrszeiten oft fünf Minuten oder mehr verlieren. Um diese Stelle drehte sich dann die Diskussion hauptsächlich, da sich für das Stadler-Eck an der Bayreuther Straße schnell ein Kompromiss fand: Hier kann der wenig frequentierte Fußgängerüberweg aufgelassen werden, der Pilotversuch soll in Kürze starten.

Anders sieht es an der Sulzbacher Straße aus. Vom Parkdeck Kräuterwiese kommend, queren hier zahlreiche Fußgänger während der Abbiege-Phase den Pfalzgrafenring. Den Überweg zu sperren, geht nach der einhelligen Meinung der Stadträte nicht. Also ist hier auch kein Abbiegen auf zwei Fahrspuren möglich. "Wir suchen seit Jahren nach Lösungsvorschlägen", machte Hans-Jürgen Haas, der Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr (ZNAS) am Mittwoch deutlich.

Bisher vergeblich, wie auch Norbert Füger, der Leiter des städtischen Tiefbauamts, zugab. "Die Situation ist hier mit 32 500 Fahrzeugen am Tag völlig ausgereizt", gab er eine gewisse Ratlosigkeit zu und regte an, einen externen Experten hinzuzuziehen, der eventuell eine ganz neue Sicht auf diese verfahren erscheinende Situation entwickeln könnte. Die einzige Lösung, die schließlich OB Michael Cerny vorschlug: Künftig dürfen die City-Busse testweise in der Sulzbacher Straße auf der Geradeaus-Spur bis kurz vor den Kreuzungsbereich fahren, fädeln dann - natürlich bevorrechtigt - in die Linksabbiegerspur ein und biegen ganz regulär ab.

Was Daniel Holzapfel (SPD) nicht endgültig überzeugte, der die Meinung vertrat, die Autofahrer wären mit diesem Prinzip heillos überfordert. Holzapfel stimmte daher als Einziger gegen das Einfädel-Prinzip, wiewohl er den Rest des Vorschlags genauso billigte wie die anderen stimmberechtigten Ausschussmitglieder: In der Bayreuther Straße wird jetzt getestet und ein Planungsbüro soll sich mal Gedanken über den Maxplatz machen. Solange dürfen die Amberger das Einfädeln mit Bussen schon mal üben.

Wir müssen uns also noch einmal von ganz vorne an das Thema herantasten.OB Michael Cerny zum doppelten Abbiegen auf den Pfalzgrafenring
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