26.04.2018 - 14:34 Uhr
Oberpfalz

Dringender Sanierungsbedarf in der Hauptwache: CSU sieht untragbare Zustände bei der Feuerwehr

Die Mängelliste an der Bausubstanz der Feuerwache ist ellenlang. Für eine Modernisierung, vor allem für eine energetische Sanierung, werden zwei Millionen Euro kaum reichen. Damit konfrontiert Stadtbrandrat Bernhard Strobl OB Michael Cerny und die CSU-Stadträte.

Mit Fahrzeugen darf die Werkstatt wegen Einsturzgefahr nicht befahren werden, sagt Bernhard Strobl (Dritter von links). Der Stadtbrandrat wörtlich: "Aber überzeugen sie sich selbst vom maroden Zustand unserer Montagegrube, hier rostet alles zusammen, hier bröckelt der Beton." Bild: gf
von Autor GFRProfil

Amberg. (gfr) Fraktions-Chef Dieter Mußemann sagte, dass die Feuerwehr mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz einen unschätzbaren Dienst für die Allgemeinheit leiste. Die Amberger könnten froh sein, eine derart gut funktionierende Truppe zu haben.

Eine Feuerwehr könne aber ihren mannigfachen Aufgaben nur nachkommen, wenn sie mit der für einen Ernstfall notwendigen Ausrüstung ausgestattet ist. Mußemann betonte, dass sich seine Fraktion in den vergangenen Jahren im Stadtrat schwerpunktmäßig dafür eingesetzt habe, in Gebäude der Stadtteilfeuerwehren Gailoh, Ammersricht, Karmensölden und Raigering zu investieren.

Nun sei es aber auch an der Zeit, die mittlerweile fast 40 Jahre alte Hauptwache am Schießstätteweg zu sanieren. Bereits 2014 seien neue Tore eingebaut worden. In den beiden Jahren 2016 und 2017 seien mit gut 300 000 Euro dringend notwendige Maßnahmen abgearbeitet worden. Grundsätzlich stellte Mußemann fest, dass die gesamte Wache instandgesetzt werden müsse. Der Beton des Schlauchturms bröckle ab, zudem seien Lehrsaal und Werkstätten in einem untragbaren Zustand.

Stadtbrandrat Bernhard Strobl ließ wissen, dass die Wache nun fast 40 Jahre alt sei und dass Verschleißerscheinungen kaum zu vermeiden seien. Untragbar sei das inzwischen abgedichtete Flachdach gewesen. Mit Eimern habe das Regenwasser aufgefangen werden müssen. In dem Raum, in dem die Schutzkleidung hängt, habe es getropft. Undicht sei auch das Dach der Werkstätten gewesen, die derzeit deswegen gesperrt seien. Der Boden sei einsturzgefährdet. Strobl wörtlich: "Wir haben enorme Kosten, weil wir unsere Fahrzeuge nicht mehr selbst warten können." Viel Energie könnte eingespart werden, wenn die alten Fenster mit zeitgemäßem Wärmeschutzglas ausgestattet werden könnten.

Der gesamte Holzbalkon vor den Fensterfronten sei marode und nicht mehr tragfähig, er dürfe also derzeit nicht mehr betreten werden. "Unsere Eingangsfront sieht auch nicht mehr einladend aus", sagte Strobl, der die Stadträte auch über Atemschutzpflege und Atemschutzausbildung informierte. Die Amberger Feuerwehr verfüge über eine neue Übungsstrecke, die vollkommen abgedunkelt werden könne. In diesen Raum könne auch Rauch oder Gas eingeleitet werden.

"Personell sind wir gut aufgestellt", sagte Strobl. Im Vorjahr sei die Wehr etwa 700 Mal alarmiert worden. Amberg und seine Stadtteil-Feuerwehren könnten auf 324 Aktive zurückgreifen. Die Amberger Arbeitgeber bezeichnete Bernhard Strobl als Feuerwehr-freundlich, denn im Alarmfall gebe es kaum Probleme.

Beim nächsten Wachfest am Sonntag, 6. Mai, werden drei neue Fahrzeuge vorgestellt: ein Rüstwagen, ein Abrollbehälter Gefahrgut und ein Löschgruppenfahrzeug, zusammen eine Investition von 900 000 Euro.

"Den Brandschutz dürfen wir unter keinen Umständen vernachlässigen", sagte Fraktions-Chef Mußemann und fügte hinzu: "Wir werden uns dafür stark machen, dass im Haushalt ausreichend Mittel für unsere Feuerwehr eingestellt werden."

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