Endlich 18, endlich wählen gehen?
Das Kreuz der Generation Merkel

"Endlich mitbestimmen" dürfen die 18 bis 22-Jährigen. Die Stimmabgabe will gut überlegt sein. Bild: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
21.09.2017
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Unbekanntes Terrain betreten die Erstwähler am 24. September. Die 18- bis 22-Jährigen aus Amberg-Sulzbach, dem Landkreis Neumarkt und der Stadt Amberg machen etwa sechs Prozent der Wählerschaft in diesem Bezirk aus. Die 11 800 Erstwahlberechtigten gehören zur Generation Merkel.

Sie erlebten bewusst nur Angela Merkel als Bundeskanzlerin und kennen Deutschland also nicht anders. Einer von ihnen ist Michael. Für den Studenten ist es "extrem wichtig", wählen zu gehen.

Hilfe von Wahl-O-Mat

Natürlich ist Politik ein allgegenwärtiges Thema, doch konkret habe er sich noch nicht so lange mit den Parteien auseinandergesetzt. Um sich die Entscheidung zu erleichtern, hat der 21-Jährige Apps und Kalkulatoren wie den Wahl-O-Mat zu Hilfe genommen. "Auch die Medien, wie Facebook und Fernsehen, tragen zu meiner Meinungsbildung bei. Gelegentlich schaue ich Nachrichten und Polittalks. Besonders wichtig für mich sind Themen wie Europa, die Beziehungen zu den USA und zur Türkei und auch Flüchtlinge und Integration. Das wichtigste Thema für mich ist jedoch die Zunahme des Rechtspopulismus in Deutschland. Dementsprechend werde ich in erster Linie versuchen mit meiner Stimme einen Impuls dagegen zu setzen", so der Ammersrichter. Vanessa aus Sulzbach-Rosenberg ist Jura-Studentin und beschäftigt sich vor ihrer Stimmabgabe direkt mit den einzelnen Parteiprogrammen. Auch sie nutzt zusätzlich die Medien zur Entscheidungsfindung. "Ich habe mir das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz angesehen und Debatten der anderen Parteien.

Politik über Youtube

Den Wahl-O-Mat habe ich auch ausprobiert, er hat mir aber nicht geholfen." Die 20-Jährige hofft darauf, dass man sich zukünftig noch mehr um Familien und Kinder kümmert. "Das wichtigste Thema für mich ist aber wohl die Innere Sicherheit. Das umfasst für mich Terrorismusbekämpfung und dass man die Einreise stärker kontrolliert." Dass man überhaupt wählen geht, sei für sie selbstverständlich. "Es ist die einzige Möglichkeit mitzubestimmen. Wenn man es nicht tut, dann braucht man sich später auch nicht beschweren, wenn einem etwas nicht passt."

Auch Paula nutzt die Medien vor der Wahl. Formate, bei denen Youtube-Stars Politiker interviewen, interessieren die 20-Jährige. "Dadurch lernt man die Personen auf eine andere Art kennen." Die Studentin beschäftigt sich unter anderem mit "typischen Themen für junge Leute" wie elternunabhängiges Bafög und faire Mietpreise. Ihre Freundin Helen will da nicht so konkret werden. "Mich bewegen mehrere Themen, wie Umwelt, Flüchtlinge und die Gleichberechtigung. Im Endeffekt werde ich die Partei finden müssen, die für mich im Großen und Ganzen am meisten mit meinen Vorstellungen übereinstimmt." Die Ambergerin spricht auch regelmäßig mit ihren Eltern über politische Themen. Vom Wahl-O-Mat ist sie jedoch nicht überzeugt. Auf eine Partei festgelegt hat sie sich noch nicht. "Es fällt mir wirklich schwer, mich mit einer Partei zu identifizieren."

Ob Erstwähler oder nicht: Wer Bedenken hat, sich auf dem Wahlzettel zurechtzufinden, kann sich im vorgesehenen Wahllokal an einem Muster alles erklären lassen oder im Internet nach Musterstimmzetteln suchen.
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