15.02.2018 - 14:34 Uhr

Fischessen der Amberger CSU im ACC Keine knallharte Abrechnung

Die Groko ist noch nicht unter Dach und Fach, im Herbst steht die Landtagswahl an: Es gab für die CSU schon Aschermittwoche, da war die Ausgangslage um Klassen besser. Und so war es beim Fischessen im ACC eher eine Rede zur Lage der Nation denn eine knallharte Abrechnung.

Mit dem Besuch des Politischen Aschermittwochs ist CSU-Kreisvorsitzender Stefan Ott zufrieden: Rund 160 Leute fanden den Weg zum Fischessen im ACC. Die Mitglieder rief Landtagsabgeordneter Harald Schwartz zur Geschlossenheit auf, der Aufbruch in der Partei sei spürbar: "Es ist Frühlingsstimmung in der CSU."
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Kreisvorsitzender Stefan Ott freute sich über ein proppenvolles Haus: Rund 160 Zuhörer ließen sich erst eine feurige Fischsuppe, Brathering und Hering in Sahnesauce mit Kartoffeln und anschließend die politische Kost schmecken. Doch deftige Worte und markige Sprüche, wie man es vom Aschermittwoch gewohnt ist, waren kaum zu hören. CSU-Kreisvorsitzender Stefan Ott kritisierte die SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Birgit Fruth: "Wie sie sich nun, nach auch für ihre Partei nicht unerfolgreichen Koalitionsverhandlungen, äußerte, ist erschreckend."

Populismus warf er den Freien Wählern vor. Deren Chef Hubert Aiwanger habe sich mit seiner Aussage "Das ist ein Invalidenkabinett von politisch Fußkranken, angeführt von dieser Heimsuchung aus dem Osten" endgültig disqualifiziert, schimpfte Ott. Hauptredner war Landtagsabgeordneter Harald Schwartz. Und der wiederholte vieles, was er vor wenigen Tagen schon beim Neujahrsempfang seiner Partei gesagt hatte. Zum Beispiel, dass die CSU alles tun werde, um bei der Landtagswahl im Oktober wieder die absolute Mehrheit zu bekommen. Oder dass Bayern im Länder-Vergleich regelmäßig Spitzenpositionen einnehme. Und dass die CSU wie keine andere Partei zur inneren Sicherheit stehe. Fast mit Samthandschuhen fasste er die SPD an: "Was sie gerade durchleidet, wünsch man niemanden. Da sollte man auch nicht hämisch sein."

Anderen briet er durchaus eins über. Zum Beispiel Christian Lindner von der FDP, der die Jamaika-Sondierungen hatte platzen lassen: "Jetzt, aus dem Off heraus, weiß man alles besser." Den Freien Wählern bescheinigt er, von einem anderen Stern zu sein. In diesem Zusammenhang führt er die Straßenausbaubeiträge an. Da sei im Freistaat das Gesetz angepasst worden, per einstimmigem Votum - und damit auch mit Stimmen der Freien Wähler - im Landtag. "Da ist es fast unerträglich, wenn die Freien Wähler sechs Monate später ein Volksbegehren dagegen machen." Plötzlich wollten sie "die Rächer der Enterbten sein". Die Grünen sind für Schwartz eine Verbotspartei, die immer von Gespenstern rede: Stromtrassen würden zu Monstertrassen, Flächenverbrauch sei Flächenfraß.

Neben den Erfolgen der CSU preist er die Qualitäten von Markus Söder, designierter Ministerpräsident und Spitzenkandidat für den kommenden Wahlkampf. Er lobt Söders Zehn-Punkte-Plan und betont, wie gesund die Finanzen im Freistaat sind. "Natürlich könnten wir im Wahljahr übers Land ziehen und eine Milliarde Euro extra verteilen, aber wir müssen ans nächste Jahrzehnt und an die nächste Generation denken."

Zitate

"Splitter- und Randparteien treiben bei Facebook ihr Unwesen. Aber Lösungsansätze? Da ist bei ihnen Fehlanzeige!"

CSU-MdL Harald Schwartz

"Mit etwas Glück und Spucke sind die im Herbst nicht mehr im Landtag. Ich glaube, das würde Bayern gut tun."

Schwartz über die Freien Wähler

"Es ist doch kein Zufall, dass der Schüler in Bayern in der achten Klasse soweit ist wie der Zehnklässler in Bremen."

Schwartz über Bildungspolitik

"Wir sind die einzige Partei, für die die bayerischen Interessen oben anstehen."

Schwartz über die CSU

"Nicht jeder, der zu uns kommt, ist gefährlich. Es gibt ganz viele, die einen berechtigten Schutzanspruch haben."

Schwartz über Geflüchtete (san)

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