22.09.2017 - 11:30 Uhr
Oberpfalz

Für Aussichtsturm auf dem Mariahilfberg SPD will den neuen Blick

Ein tiefer gelegter Bahnhof und ein Aussichtsturm auf dem Mariahilfberg. Gewaltiger hätten die Unterschiede für den Bauausschuss in dieser Woche nicht sein können. In Sachen Turm stand am Ende erst einmal ein Kompromiss. Es ging - wie so oft - um die Kosten.

Der Aussichtsturm am Kitschenrain in Thurndorf (Gemeinde Kirchenthumbach) ist 24 Meter hoch und kostete 360 000 Euro. Parallele zu Amberg: Auch hier brachte Archäologe Mathias Hensch einst Sensationelles an den Tag und wurde am Ende vor vollendete Tatsachen gestellt. Bild: lep
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Amberg. (ass) Zwei Anträge der CSU und der SPD stecken hinter der ganzen Angelegenheit. Die CSU will nämlich ein sogenanntes Landschaftskino haben, eine Art Open-air-Theater mit freiem Blick in die Natur. Der SPD hingegen schwebt schon länger ein richtiger Aussichtsturm in Höhe des Senders auf dem Mariahilfberg vor. Das Baureferat hatte nun die Aufgabe, diese Anträge zusammenzubringen und einen tragfähigen Vorschlag zu erarbeiten.

Plattform oder Turm

Zunächst einmal wurden alte und neue Amberger Aussichtplätze erkundet und wiederentdeckt. Dann entwickelten die Stadtplaner verschiedene Varianten, die je nach Ausführung mehr oder weniger spektakuläre Blicke auf die Stadt und ihre Umgebung zulassen. Während die CSU dabei eher die kostengünstigeren Plattformlösung unterhalb der Bergwirtschaft bevorzugt, will die SPD hoch hinauf. "Uns ging es um den völlig neuen Blick", begründete dies Uli Hübner. Den macht die Turmlösung auch möglich, sagte Baureferent Markus Kühne, dessen Mitarbeiter das mittels Hebekran selbst ausprobiert haben. "Allerdings brauchen Sie beim Sender oben einen Turm von mindestens 40 Metern Höhe", schränkte er ein. "Erst dann eröffnet sich ein wunderbarer 360-Grad-Rundumblick." Das Problem dabei: Diese Lösung würde nach ersten Schätzungen zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro kosten.

Viel zu teuer

"Das muss doch auch günstiger gehen", befand die SPD-Fraktion und bat das Baureferat um eine erneute Überprüfung der Zahlen. Und weil die Stadträte schon so schön dabei waren, schmiedeten sie gleich ein ganzes Maßnahmenbündel in Sachen Fernsicht.

Punkt 1: Am klassischen Amberger Aussichtspunkt, dem Schwammerl, soll der Baumbestand so weit zurückgeschnitten werden, dass man von dort aus auch tatsächlich wieder etwas sieht.

Punkt 2: Das Landschaftskino, der Wunsch der CSU, wird weiterverfolgt. Entstehen soll es auf dem Erzberg, weil es dort im Gegensatz zum Mariahilfberg in eine öffentliche Förderkulisse fällt.

Punkt 3: Das Baureferat rechnet noch einmal penibel genau nach, für wie viel Geld ein Aussichtsturm am Sender zu haben ist.

Und Punkt 4: Im Zuge der geplanten Erweiterung der Berggaststätte soll untersucht werden, ob nicht irgendwo in der Nähe eine Aussichtsplattform für Besucher der Kirche und des Bergs installiert werden kann, damit nicht die Gäste auf der Terrasse der Wirtschaft gestört werden.

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