01.09.2017 - 19:44 Uhr
Oberpfalz

Gastronom Jörg Kroha macht TV-Duell beim Public Viewing zum Ereignis Darf’s ein bisschen Politik sein?

Die Amberger haben am Sonntag die Wahl: Sofa oder Gaststätte? Beim TV-Duell kommt es zum Aufeinandertreffen von Kanzlerin Angela Merkel und Martin Schulz von der SPD. Jörg Kroha lädt dazu in sein Lokal Jörgi's zum politischen Public-Viewing ein.

Jörg Kroha möchte etwas Neues ausprobieren und bietet am Sonntag ein politisches Public-Viewing zum TV-Duell an. Bild: Huber
von Redaktion OnetzProfil

Normalerweise ist das Jörgi's ein Treffpunkt für Fußballfans, doch nun wagt sich der Inhaber auf politisches Terrain. Wenn am Sonntag Merkel und Schulz im TV mehreren Journalisten Rede und Antwort stehen, hofft er auf rege Diskussionen unter seinen Gästen. Im Interview schildert er seine Beweggründe.

Herr Kroha, wie sind Sie als Betreiber einer Sportgaststätte auf die Idee gekommen, das TV-Duell zu übertragen?

Jörg Kroha: Stefan Ott, einer meiner Stammgäste und Kreisvorsitzender der CSU, hat das angeregt. Ich war sofort einverstanden, weil ich es gut finde, wenn sich Leute bei mir treffen und kontrovers über Politik diskutieren. Vor der anstehenden Bundestagswahl will Ich damit auch der Wahlverdrossenheit vor allem unter den Jüngeren entgegenwirken.

Richtet sich Ihr Angebot dann hauptsächlich an CSU-Anhänger?

Natürlich nicht. Jeder ist eingeladen, zu kommen. Nur Rechtspopulisten und Krawallmacher sind nicht willkommen. Für solche Leute habe ich kein Verständnis. Ideal wäre ein gemischtes Publikum.

Haben Sie im Hinblick auf mögliche Ausschreitungen irgendwelche besonderen Sicherheitsvorkehrungen für den Abend getroffen?

Nein. Ich gehe davon aus, dass es eine friedliche Veranstaltung werden wird. Ich bin sehr für hitzige Diskussionen, allerdings nur, solange sie nicht ausarten.

Erwarten Sie am Sonntag mehr Leute als sonst?

Das kann ich ganz schlecht einschätzen. So etwas habe ich vorher noch nie gemacht. Ich hoffe, dass viele Leute kommen, und bin bereit, das in Zukunft öfter zu machen.

Können Sie sich dann auch vorstellen, den Wahlsonntag in ihrer Gaststätte zu übertragen?

Natürlich. Ob das jetzt eine Wahlparty einer bestimmten Partei oder eine allgemeine Veranstaltung ist - ich bin da sehr offen. Mal sehen, wie das erste Public-Viewing in der Art läuft und wie viele Gäste kommen.

Sind vier Moderatoren für zwei Kandidaten nicht etwsa viel?

Grundsätzlich finde ich es nicht schlecht, wie das Format läuft. Dass die Kandidaten mal Rede und Antwort stehen müssen, ist mir wichtig. Ich finde nicht, dass es zu viele Moderatoren sind, da bleibt wenigstens nichts ungefragt.

Was erwarten Sie sich vom Schlagabtausch Merkel gegen Schulz?

In erster Linie, dass beide klare Ansagen machen werden. Keiner kann es sich mehr erlauben, um den heißen Brei herumzureden. Martin Schulz muss auf jeden Fall die Chance nutzen und offensiv argumentieren. Zentrale Themen werden wohl die Flüchtlingskrise, Steuerentlastungen und das Hickhack mit der Diesel-Geschichte sein. Alles, was halt die Leute momentan brennend interessiert.

Glauben Sie, dass der kommende Sonntag ihre Wahlentscheidung noch beeinflussen wird?

Klar habe ich schon eine grobe Tendenz. Wenn ich dazu komme, höre ich genau zu, was die beiden zu sagen haben. Es kann schon sein, dass meine Entscheidung dadurch nochmal beeinflusst wird.

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