23.12.2013 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Gespräch mit Oberst Jochen Schneider - Großteil der Panzerbrigade 12 aus Afghanistan zurück: Erfolgreicher Oberpfälzer Einsatz in Kundus

Das Bild der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hängt bereits zusammen mit dem des Bundespräsidenten im Büro von Oberst Jochen Schneider. Bild: paa
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Von Alexander Pausch

Nur eineinhalb Wochen Urlaub hat sich Oberst Jochen Schneider gegönnt, ehe er nach dem wohl schwierigsten Einsatz der Bundeswehr in diesem Jahr an seinen Schreibtisch in der Leopold-Kaserne zurückgekehrt ist. Der stellvertretende Kommandeur der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" leitete den Abzug der deutschen Soldaten aus der Stadt Kundus im Norden Afghanistans - mit Erfolg.

Zum einen mussten die "Zwölfer" keine Toten beklagen, zum anderen gab es nur wenige Verwundete, sagt Oberst Schneider. Und: Diese seien nicht so schwer verletzt worden, dass dies nicht wieder heilen könne. Zudem ist auch der letzte Konvoi aus Kundus mit rund 420 Mann und 100 Fahrzeugen wohlbehalten in Masar-i-Scharif angekommen. "Die Ankunft war schon ein besonderer Moment", erzählt Oberst Schneider, der in einem der letzten Fahrzeuge fuhr. Er habe jedem Team einzeln gedankt.

Großteil wieder zu Hause

Der Großteil der Soldaten des von ihm geführten Einsatzverbandes Kundus, der von Soldaten des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd (Kreis Schwandorf) und des Panzergrenadierbataillons 112 aus Regen gestellt wurde, sind inzwischen zu Hause. Nur rund 150 Soldaten aus Regen sind noch bis Februar in Masar-i-Scharif, als Northern Reaction Unit. Sie haben dann gut sieben Monate Einsatz hinter sich", sagt Oberst Schneider. Diese Einheit dient dem ISAF-Regionalkommando Nord als Reserve. In Masar-i-Scharif sind auch Teile des Brigadestabs und der Stabskompanie aus Amberg im Einsatz. Brigadegeneral Markus Laubenthal, der Kommandeur der "Zwölfer", ist Chef des Stabes. ISAF-Kommandeur Nord ist Generalmajor Jörg Vollmer.

Auch im Hinblick auf die Stabilität in Kundus bezeichnet der stellvertretende Brigadekommandeur den Einsatz als Erfolg, auch heute gut zwei Monate nachdem die deutschen Soldaten das Feldlager an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben haben. Als Maßstab nimmt Oberst Schneider die Entwicklung in Kundus selbst - und diese habe sich seit Ende Oktober nicht verschlechtert. Dies führt Schneider, der in der Oberpfalz wohnt, auf den hohen Ausbildungsstand der 2. afghanischen Brigade zurück. Der Verband mit rund 4300 Soldaten, der im vergangenen Jahrzehnt von der Bundeswehr ausgebildet und unterstützt wurde, sei "erstklassig". Deshalb hält Oberst Schneider den Zeitpunkt des Abzuges für "völlig richtig". Zudem habe der afghanische Brigadekommandeur signalisiert, dass er endlich allein die Verantwortung tragen wolle. Dieser habe auch darauf verwiesen, dass mit dem Abzug der ISAF den Taliban und Hasspredigern das Argument genommen werde, die ausländischen Truppen seien Besatzer.

Bei der Panzerbrigade 12 richtet sich der Blick nach vorn. Sie bereitet sich auf einen möglichen Einsatz im Kosovo und in Afghanistan 2015 vor. Ob es aber tatsächlich an den Hindukusch gehen wird, hängt von der Einigung über ein Truppenstationierungsabkommen zwischen Nato und dem afghanischen Präsidenten ab. Zunächst aber übt der Verband wieder als Panzerbrigade den "Einsatz der verbundenen Kräfte".

Neue Division

Und es stehen zwei feierliche Appelle an. Ende März wird in Regen im Bayerischen Wald die Rückkehr gefeiert. Im Juni wird die Brigade der neuen Division Süd in Veitshöchheim unterstellt. Die 10. Panzerdivison in Sigmaringen (Baden-Württemberg) wird aufgelöst.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/afghanistan

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