02.03.2018 - 16:24 Uhr

Großer Zapfenstreich zum Abschied der Panzerbrigade 12 aus Amberg Ende der Garnisonsstadt

Der 6. März 2018 wird in die Chronik eingehen: Mit einem Großen Zapfenstreich auf dem Marktplatz endet die 300-jährige Geschichte Ambergs als Garnisonsstadt. Die Menschen werden das deutlich merken.

Nach 104 Jahren ist Schluss: Noch heuer zieht der letzte Soldat aus der Leopoldkaserne aus. Bilder: Stephan Huber (3)
von Uli Piehler Kontakt Profil

Nicht nur wegen der Trompeten, die bei dem Festakt in der Dämmerung vor dem Rathaus ertönen. Sondern vor allem auch, weil sich der Stadtrat in den kommenden Monaten und Jahren mit der Folgenutzung der zum großen Teil denkmalgeschützten Leopoldkaserne beschäftigen muss.

Am Dienstag verabschiedet sich der Stab der Panzerbrigade 12 offiziell aus der Leopoldkaserne. Er zieht den bereits verlegten Einheiten nach Cham hinterher. Der Umzug dauert wohl noch das ganze Jahr über. Die Panzerbrigade will die mehr als 100 Jahre als Kaserne genutzte Liegenschaft am 30. Juni an das Bundeswehrdienstleistungszentrum und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übergeben. Einige Bereiche des Komplexes sollen noch bis zum Winter durch die Bundeswehr genutzt werden. Ziel ist es, dann auch den Rest bis Jahresende an die Bundesanstalt abzutreten. Damit ist die Bima Besitzer der Liegenschaft am Bergsteig, das Planungsrecht liegt bei der Stadt Amberg. "Bima und Stadt Amberg haben bereits ein gemeinsames Gutachten in Auftrag gegeben, um den Wert der Liegenschaft zu ermitteln", erklärt die Pressesprecherin im Rathaus, Susanne Schwab. Die Stadt hat ja Interesse bekundet, das Areal und die Gebäude zu kaufen. Schwab: "Auf der Grundlage dieses Ergebnisses werden dann die Verhandlungen aufgenommen." Stadt und Bima arbeiteten auch bei der Erstellung eines Nutzungskonzeptes zusammen, erläutert Schwab.

Für Amberg schließt sich ein Kapitel der Stadtgeschichte, während ein neues beginnt. Die Kommune, in der seit 1715 acht große militärische Einrichtungen angesiedelt waren, beherbergt dann keine Kaserne mehr. "Der Abzug des Stabes der Panzerbrigade 12 aus der Leopoldkaserne hat in zweierlei Hinsicht tiefe und schmerzhafte Einschnitte zur Folge", sagt Oberbürgermeister Michael Cerny. "Zum einen verlieren wir damit wichtige Arbeitsplätze und einen bedeutenden Faktor unserer heimischen Wirtschaft. Zum anderen geht damit ein stolzes Kapitel der Amberger Stadtgeschichte zu Ende."

Das Militär und die Bundeswehr seien nicht nur ein Teil der Stadtgeschichte, sondern gehörten auch zur Identität Ambergs. "Den Soldatinnen und Soldaten wünsche ich alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass sie uns auch weiterhin die Treue halten - ob sie mit ihren Familien den Wohnsitz in der Region behalten oder aber regelmäßig zurückkehren, um ihrer alten Heimat einen Besuch abzustatten." Die Stadt stehe nun einmal mehr vor der schwierigen Aufgabe, die Konversion einer militärischen Liegenschaft in eine zivile Nutzung zu bewältigen. "Erfahrung auf diesem Gebiet haben wir inzwischen leider eine Menge", merkt der Oberbürgermeister an.

Auch wenn reichlich Wehmut mitschwingt, den 6. März begehen Brigadestab und die Spitze der Stadt wie einen Feiertag. Um 15.30 Uhr beginnt ein Gottesdienst in der Basilika St. Martin. Für 17 Uhr ist ein gemeinsamer Empfang von Oberbürgermeister Michael Cerny und Brigadegeneral Jörg Thorsten See im Großen Saal des Rathauses vorgesehen. Um 18.30 Uhr beginnt auf dem Marktplatz der Große Zapfenstreich mit Fackeln und Militärmusik. Er dauert etwa 20 Minuten und gilt als das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/garnison-amberg

Der Abzug des Stabes der Panzerbrigade 12 aus der Leopoldkaserne hat in zweierlei Hinsicht tiefe und schmerzhafte Einschnitte zur Folge.Oberbürgermeister Michael Cerny

Sperrungen

Die Stadtverwaltung macht darauf aufmerksam, dass es wegen der Vorbereitungen für den Großen Zapfenstreich sowie der Veranstaltung selbst am Dienstag, 6. März, rund um den Marktplatz ganztägig zu Einschränkungen kommen wird. So steht der Marktplatz wegen des Aufbaus, der Stellproben sowie der Zeremonie den ganzen Tag über nur bedingt zur Nutzung zur Verfügung. Auch die Verkaufsstände für Obst und Gemüse sind an diesem Tag nicht vor Ort. Außerdem besteht am Salzstadelplatz und in der Schiffgasse im Bereich des Ölbergs ab 6 Uhr morgens ein Halteverbot. Ab 12 Uhr sind auch die Herrnstraße und der Hallplatz ohne Behindertenparkplatz, jedoch inklusive des dort befindlichen Krafträder- und des Taxistellplatzes Halteverbotszone. Die Straßenverkehrsteilnehmer und Passanten werden gebeten, die Sonderregelungen zu beachten. (upl)

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