Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter zu Gast in Amberg
Dienstautos ab ins Carsharing

Passend zum Thema Energiewende und Elektromobilität strahlte Simone Peter (Mitte) bei ihrem Besuch in Amberg wie die Sonne, eingerahmt von Ex-MdB Helmut Wilhelm (links) und Hans-Jürgen Bumes (rechts). Bild: gf
Politik
Amberg in der Oberpfalz
17.08.2017
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So wie jetzt kann es mit dem Verbrauch fossiler Energievorräte nicht weitergehen. Da sind sich Ambergs Grüne und ihre Bundesvorsitzende Simone Peter einig. Ein wichtiger Schritt ist nach ihrer Ansicht eine rasche Abkehr vom Verbrennungsmotor und der Ausbau der E-Mobilität.

Im Lotter-Biergarten in Gärbershof warteten Ambergs Grünen-Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Bumes und seine Parteifreunde auf die Bundeschefin, die am zweiten Tag ihrer Öko-Tour durch Bayern auch einen kurzen Zwischenstopp in Amberg einlegte, bevor sie mit ihrem grünen Hybrid-BMW 530e weiter nach Regensburg fuhr.

Mehr Elektromobilität ist eine dringende Aufgabe, meinte Bumes, denn den "Kartell-Machenschaften" der deutschen Autobauer und dem "politischen Nicht- Willen der großen Koalition", dieses Thema sinn- und wirkungsvoll zu fördern, müsse ein Ende gesetzt werden. Derzeit fehlten in Deutschland die notwendige Infrastruktur und gute steuerliche Anreize, auf E-Mobilität umzusteigen.

Norwegen ist da für Bumes ein Musterland und selbst China kämpfe mit mehr Elektroautos gegen Abgase und Feinstaub an. Simone Peter, ehemalige saarländische Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr im Kabinett von Peter Müller und Annegret Kramp-Karrenbauer, bedauerte, dass die deutsche Automobilindustrie "nicht mit vollem Herzen an der E-Mobilität interessiert ist". Jedes Unternehmen, das solche Autos baue, habe sein eigenes Batteriesystem. Daher sei es sinnvoll, auf europäischer Ebene bei der Speicherherstellung Partnerschaften zu bilden.

Schnellladestationen müssten ebenso flächendeckend installiert werden, wie zu überlegen sei, ob anstelle der Aufladung nicht gleich ganze Batterieeinheiten getauscht werden könnten, forderte Bumes. Wenn in Amberg schon ein Parkhaus gebaut werden müsse, dann seien unbedingt Ladestationen mit einzuplanen. Simone Peter will darauf drängen, dass nicht jeder E-Mobil-Hersteller seinen eigenen Ladestecker konstruiere; wie beim Handy sollte es einheitliche Systeme geben.

Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten treibt sie die Energiewende um, hob die Grünen-Bundesvorsitzende hervor. Seitdem führe sie Gespräche mit Industrie und Gewerkschaften, aber Autokonzerne sowie CDU/CSU und SPD blockten hier ab. Der aktuelle Dieselskandal ist für Peter Wasser auf die Mühlen derer, die E-Mobilität befürworten. Mittlerweile gebe es Elektroautos mit hoher Reichweite - der notwendige Strom könnte idealerweise aus Sonnen-, Wind- und Biomasseenergie gewonnen werden. Von der aktuellen Diesel-Tausch-Prämie hält Simone Peter nichts. Ein erzwungener Umstieg auf schadstoffärmere Motoren bedrohe die Existenz unzähliger kleinerer Unternehmer und Handwerker.

"Wir dürfen uns nicht auf E-Mobilität versteifen", riet Ex-Bundestagsabgeordneter Helmut Wilhelm. "Wir sollten den Flächenverbrauch für weitere Straßen und Autobahnen drastisch zurückfahren." Die Idee des Carsharings müsse ausgebaut werden - mit einem Fuhrpark aus E-Mobilen. Simone Peter ging gleich einen Schritt weiter und konnte sich vorstellen, dass die außerhalb der Arbeitsstunden nicht benötigten kommunalen Dienst-Pkw ins Carsharing mit eingebunden werden sollten.

"Im ländlichen Raum, der nicht gut vom ÖPNV erschlossen ist, brauchen wir weiter den Individualverkehr", lautete eine ebenso klare Forderung aus der Runde. Richtig, antwortete Simone Peter, aber diese Mobilität sollte "sauber sein". Die Grünen-Vorsitzende verlangte, mehr Güter auf die Bahn zu bringen; falsch sei der Weg über Giga-Liner.
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 18.08.2017 | 11:58  
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