25.02.2018 - 10:24 Uhr

Grundsatzbeschluss im Amberger Bauausschuss Tanzvergnügen im Josefshaus

Fast schon nostalgisch in Erinnerung schwelgen die Stadträte, wenn es um das Josefshaus geht. Mit der Revitalisierung der einstigen Institution soll wieder Leben ins alte Gemäuer kommen.

So sieht es im seit Jahren leeren Josefshaus von innen aus. Die letzte Veranstaltung war im Juni 2009 eine After-Altstadtfest-Party. Seitdem ist nichts passiert. Bild: Hartl
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Der Investor plant neben der Generalsanierung des Gebäudes auch eine Vergnügungsstätte sowie Dienstleistungsflächen, hieß es bei der Bauausschuss-Sitzung.

Geplant seien pro Jahr etwa 30 Tanz-, Kleinkunst- und Sonderveranstaltungen wie Hochzeiten und Firmenfeiern. Die beabsichtigte Größe der Vergnügungsstätte wird im Sachstandsbericht mit rund 400 Quadratmetern angegeben. Allerdings, so hieß es in der Tischvorlage weiter, sei diese Größe in einem Mischgebiet nicht zulässig. Für deren Zulassung sei die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit paralleler Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes zugunsten eines Kerngebietes erforderlich.

Da der Stellplatznachweis des Vorhabens bei weitem nicht auf dem eigenen Grundstück erfüllt werden könne, müsste laut Sachstandsbericht abweichend von der Stellplatzsatzung eine Ablösevereinbarung getroffen werden. Sowohl die CSU als auch die SPD begrüßten die Revitalisierung. "Es wäre schön, wenn man an dieser Stelle endlich zu einer guten Lösung kommen würde", sagte Helmut Weigl (CSU) über das seit langem leerstehende Josefshaus. SPD-Stadtrat Uli Hübner sah in den Planungen eine "Riesenchance". Allerdings tat er auch seine Verwunderung kund. Nämlich darüber, warum ein Grundsatzbeschluss gefasst werden sollte. "Wir geben ständig Absichtserklärungen ab", monierte er und befürchtet nach eigenen Angaben, "dass durch die Diskutiererei wertvolle Zeit verloren geht". Oberbürgermeister Michael Cerny verteidigte das Prozedere mit dem Grundsatzbeschluss. "Ich denke, dass es richtig ist, öffentlich zu sagen: Wollen wir das oder nicht?", entgegnete er auf Hübners Kritik.

Zustimmung signalisierte auch Hans-Jürgen Bumes von den Grünen. Er sehe die Entwicklung als positiv. In der Diskussion meldete sich auch Stadtheimatpflegerin Beate Wolters zu Wort. Sie bewertete das Projekt ebenfalls als äußerst positiv. Besonders gefiel ihr der Gedanke der "Wiedererweckung des Saales". Wolters schwärmte vom frühen Kunstwerk des Ambergers Michael Matthias Prechtl an der Fassade des Gebäudes und vom 1950er-Jahre-Charme des Josefshauses. "Das Beste für ein Denkmal ist, wenn es genutzt wird", sagte sie und fügte mit Blick auf die noch hinzu: "Das wäre eine gute Nutzung."

Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Stadtrat den Grundsatzbeschluss, einen Bebauungsplan aufzustellen und parallel den Flächennutzungs- und Landschaftsplan mit dem Ziel Kerngebiet zu ändern. Ebenso einverstanden war das Gremium parteiübergreifend, dass für die Stellplatzpflicht abweichend von der Satzung eine Ablösevereinbarung getroffen werden soll.

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