Hauptausschuss stimmt einstimmig für die Anhebung der Bestattungsgebühren
Der Tod kann teuer werden

Frisches Grab auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof. Immer weniger Amberger erhalten eine Erdbestattung. Deren Preis steigt ab September um rund 30 Prozent. Bild: Wolfgang Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
30.06.2017
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Das Sterben in Amberg wird teuerer. Um gut 30 Prozent steigen zum 1. September die Bestattungsgebühren. Das liegt unter anderem daran, dass im Stadtgebiet fünf Friedhöfe unterhalten werden müssen.

Kämmerer Franz Mertel fächerte dem Hauptausschuss am Donnerstag einen ganzen Strauß an Argumenten auf, warum die Gebühren für Bestattungen auf den fünf städtischen Friedhöfen unbedingt erhöht werden müssen. In den neun Jahren seit der letzten Erhöhung seien die Energiekosten und die Gehälter der städtischen Mitarbeiter gestiegen. Dazu kommen seiner Aussage nach bauliche Maßnahmen wie Wegesanierungen im Dreifaltigkeits- und Katharinenfriedhof, die Sanierung des Gebäudes im Waldfriedhof sowie der Kauf eines Baggers.

"Die Gebühreneinnahmen schwanken naturgemäß", stellte Mertel fest. "Es ist aber auch zu ersehen, dass die Bestattungszahlen seit 2009 rückläufig sind - von 505 auf 437". Außerdem ziehen seiner Aussage nach immer mehr Amberger die günstigere Feuer- der Erdbestattung vor. Auch die Zahl der belegten Gräber sei von 9105 (2009) auf 8820 (2016) gesunken. "Wir müssen einfach die fest vorhandenen Fixkosten auf immer weniger Beerdigungen aufteilen", so Mertel.

Konkret bedeutet das, dass beispielsweise die Beerdigung eines Erwachsenen statt bisher 1112 Euro dann 1484 Euro kosten wird. Die Urnenbestattung steigt von 469 auf 617 Euro (574 Euro in der Urnenkammer). Auch die erforderlichen Bescheinigungen werden zum Teil erheblich teuerer, wie Mertel ankündigte. "Das ist aber durch den enormen Aufwand auch gerechtfertigt."

Ausschuss ist einverstanden

Dem Hauptausschuss leuchtete diese Argumentation ein, er stimmt geschlossen für den Antrag der Verwaltung. Genauso tat er dies für die Abänderung der Friedhofssatzung, die sich nun mehr den konkreten Gegebenheiten anpasst. Denn die Zeit der reinen Erdbestattung ist längst perdu, wie Sozialreferent Harald Knerer-Brütting deutlich machte. "Der Wunsch nach alternativen Bestattungsarten nimmt stetig zu."

Daher sind in der Satzung künftig auch sogenannte Familienurnenbäume oder anonyme Bestattungen verankert. Der Zuzug von Muslimen und Jesiden erfordert nach Darstellung von Knerer-Brütting zusätzlich die Ausweisung von spezielle Flächen für diese Religionen, was ebenfalls in der Satzung so zu verankern ist. Die orientiert sich sehr stark an der Münchner Friedhofssatzung und tritt zum 1. September in Kraft - die neue Gebührensatzung übrigens dann auch.

Zunächst ungeklärt blieb die Frage von Thomas Bärthlein (CSU), ob künftig nicht am Samstag Bestattung möglich wären. Das, so Knerer, ist eine Frage der Arbeitszeiten der Mitarbeiter - und damit mitbestimmungspflichtig. Außerdem müssten dann entsprechende Zulagen bezahlt werden. Trotzdem will die Verwaltung diese Variante jetzt einmal näher unter die Lupe nehmen.
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