23.02.2018 - 17:28 Uhr

IFP-Direktorin Fabienne Becker-Stoll zu den Irritationen um den Umzug nach Amberg "Habe die Gesamtverlagerung nie in Abrede gestellt"

Es gibt keine Behördenverlagerung in abgespeckter Form. Das Münchner Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) verlegt komplett nach Amberg. So die eindeutige Botschaft von der Spitze des Sozialministeriums. Aber warum dann vorher die Irritationen?

Bild: Hartl
von Markus Müller Kontakt Profil

Die AZ befragte Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll, die Direktorin des IFP, deren Aussagen bei einem Besuch in Amberg zu der AZ-Meldung geführt hatten, es werde keine Komplettverlagerung geben. ZMF steht im Text für Zentrum für Medienkompetenz in der Frühpädagogik, dessen Einrichtung in Amberg im Zuge der Kabinettstagung hier im April 2017 bekanntgegeben wurde.

Frau Becker-Stoll, wie erklärt sich die Diskrepanz in den Aussagen von Ihnen und dem Ministerium?

Fabienne Becker-Stoll: Meine Aussagen wurden in der Amberger Zeitung falsch wiedergegeben. Ich vermute, dass mich der anwesende Redakteur missverstanden hat. Denn ich habe nie davon gesprochen, dass das IFP nur teilverlagert wird. Auch habe ich die Gesamtverlagerung nie in Abrede gestellt, ganz im Gegenteil. Gleich zu Beginn des Gespräches habe ich klargestellt, dass der Ministerratsbeschluss der Vollverlagerung vollumfänglich gültig ist und sogar die Entscheidung des Aufbaues eines Zentrums für Medienkompetenz als weitere unabhängige nachgeordnete Behörde des Sozialministeriums im April 2017 dazugekommen ist. Ich habe damit von Anfang an klar gestellt, dass das ZMF keine Außenstelle des IFP ist.

Kommt das IFP nun komplett nach Amberg?

Ja. Der Beschluss der Vollverlagerung des IFP ist nach wie vor vollumfänglich gültig.

Wie viele Stellen werden dadurch nach Amberg verlagert?

34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie im Ministerratsbeschluss vom März 2015 festgelegt.

Welche Voraussetzungen müsste eine Immobilie erfüllen, um als Standort für das IFP in Frage zu kommen?

Die Raumplanungen für die Vollverlagerung des IFP nach Amberg liegen vor. Nach geeigneten Immobilien, die sowohl das IFP als auch das ZMF nutzen können, wird aktuell gesucht. Es wurden bereits entsprechende Mietgesuche per Zeitungsannonce in Amberg geschaltet. Die Entscheidung über mögliche Immobilien für das IFP in Amberg obliegt nicht allein dem IFP, sondern wird im Einvernehmen mit dem StMAS und der Bayerischen Liegenschaftsverwaltung IMBY vorgenommen werden. Bereits im März wird es einen Ortstermin in Amberg geben.

Werden dann IFP und ZMF gemeinsam in einem Gebäude untergebracht? Oder ist auch eine getrennte Unterbringung möglich?

Eine räumliche Nähe wäre sicherlich sehr hilfreich, da beide Einrichtungen eng miteinander kooperieren werden.

Kann man schon eine Größenordnung nennen, wie viele Stellen im ZMF angesiedelt sein werden?

In der Bekanntgabe des Ministerrates vom 4. April 2017 wurde die Zahl von zehn Stellen für das ZMF als Zielgröße ausgewiesen.

Angemerkt: Das Ende des Basislagers

Hat sie oder hat sie nicht? Diese Frage stellt sich in Bezug auf die Aussage von Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll zur Komplettverlagerung des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) nach Amberg: Hat die Leiterin des IFP bei ihrem Besuch in der Kindestagesstätte Siekids gesagt, das IFP werde nicht vollständig nach Amberg kommen, weil es die enge Vor-Ort-Kooperation mit den Münchner Hochschulen brauche und deshalb ein „Basislager“ in München für das Institut unverzichtbar sei? Die Antwort von Frau Becker-Stoll: Nein! Die Antwort der Amberger Zeitung: Sie hat!

Ausführlich äußert sich die IFP-Direktorin in dem nebenstehenden Interview, das per Mail geführt wurde. Der Leser kann sich, nachdem ihm die Sicht beider Seiten vorliegt, selbst einen Reim machen. Festzuhalten bleibt: Der kritische AZ-Kommentar, dass man sich eine Behördenverlagerung in die Oberpfalz anders vorgestellt habe, als diese 2015 verkündet wurde, hat eine vorher in dieser Form nicht zu bekommende glasklare Aussage der Sozialministerin provoziert: Das IFP verlagert – komplett und zeitnah, der erste Teil noch in diesem Jahr. Zumindest da bleiben jetzt keine Fragen mehr offen. Und das ist gut so.

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