08.08.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

IG Menschengerechte Stadt sammelt Unterschriften gegen Bauvorhaben "Zeigen, dass es eine schweigende Mehrheit gibt"

Die Interessengemeinschaft Menschengerechte Stadt gibt ihren Widerstand gegen die Pläne für Forum und Bürgerspitalareal nicht auf. Ihr Vorsitzender Achim Hüttner spricht jetzt sogar von einer Klage.

Die Diskussion um die Gestaltung der Innenstadt dauert an.
von Markus Müller Kontakt Profil

Herr Hüttner, wie war denn bisher bei den Infoständen der IG Menschengerechte Stadt die Resonanz?

Achim Hüttner: Die war gut. Die Leute kommen zu uns, wollen diskutieren und dann unterschreiben.

Was gibt es zu unterschreiben?

Das haben wir ja zuerst auch nicht vorgehabt. Aber dann haben die Leute gefragt: Wo kann ich unterschreiben? Da haben wir uns gedacht: Ja, warum eigentlich nicht? Also aus der Unterschriftenliste soll jetzt kein Bürgerbegehren werden, aber wir wollen damit zeigen, dass es eine schweigende Mehrheit gibt, die entrüstet ist über die Pläne für das Bürgerspitalareal und das Forum. Ich habe ja nichts dagegen, dass ein Investor Geld verdienen will, aber nicht um den Preis, dass die Altstadt zubetoniert wird.

Wie viele Leute haben schon unterschrieben?

In zweieinhalb Stunden waren es über 200.

Was unterschreiben sie genau?

Dass sie für den Erhalt der Storg-Fassade und des symmetrischen Innenhofs sind und gegen die Zerstörung der Blickachse in der Bahnhofstraße durch ein monströses Einfahrtsbauwerk für eine unnötige teilöffentliche Tiefgarage mit Ausfahrt über den Spitalgraben. Außerdem dass das Spitalgelände durch Wohnen im Geschichtspark unter Einbeziehung der Ausgrabungen aufgewertet und das Ringtheater Kultur- und Veranstaltungszentrum werden soll.

Machen Sie mit den Infoständen weiter?

Ja, an den Samstagen bis zum 31. August stehen wir immer gegenüber der Spitalkirche.

Was ist am 31. August?

Da endet die Einspruchsfrist.

Was heißt das?

Die Pläne für das Bürgerspitalareal liegen im Bauamt auf, und jeder Bürger kann bis dahin seine Einwendungen dagegen vorbringen. Auch wir als IG werden das machen. Außerdem bereiten wir eine Normenkontrollklage mit potenziellen Klägern vor. Da müssen wir aber erst mit einem Juristen abklären, wo man da am besten einhakt; wahrscheinlich bei der Ausfahrt am Spitalgraben.

Was stört sie am meisten?

Dass da mitten in der Altstadt ein Betonklotz, ein Baukörper, viergeschossig, in der Größe vergleichbar mit der Martinskirche entstehen soll. Auf einem Gelände, das vor 700 Jahren der Stadt geschenkt wurde und seither für Arme, Kranke und Alte da war. Und dass eine 250 Jahre alte Fassade, weil sie dem Bau einer Tiefgarage im Weg ist, abgerissen wird. Das ist doch irre, das kann doch nicht sein.

Was soll stattdessen passieren?

Warum kann man nicht unter dem Motto "Wohnen im Geschichtspark" einen Teil der Ausgrabungen sichtbar lassen? Ich will, dass was passiert, von dem die nächsten Generationen noch sagen: Mensch, ist die Altstadt schön und lebenswert. (Angemerkt)

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