09.02.2018 - 20:00 Uhr

IG Metall mehr als zufrieden mit Tarifabschluss Erfolgreicher Druck

20 Betriebe waren es in der ersten und zweiten Warnstreikphase, drei dann in der nächsten Stufe, als der Warnstreik auf 24 Stunden ausgedehnt wurde: Die IG Metall Verwaltungsstelle Amberg hat in der Nordoberpfalz in der Tarifauseinandersetzung mit den Arbeitgebern ein Zeichen gesetzt. Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sind laut Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg, mehr als zufrieden.

Alle Forderungen der IG Metall für den neuen Tarifvertrag sind erfüllt. Darüber freuen sich (von rechts) Bevollmächtigter Horst Ott, sein Stellvertreter Udo Fechtner und Fachsekretär Matthias Scherr. Stolz sind sie auch, dass die Warnstreiks die Beschäftigten zusammengeschweißt hat. Bild: Steinbacher
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Es gibt nicht nur mehr Geld (4,3 Prozent ab 1. April), sondern auch mehr Mitbestimmung bei flexiblen Arbeitszeiten. "Das von uns geforderte Paket konnten wir umsetzen", kommentierte Ott das Ergebnis. Nach dem Pilotabschluss in Baden-Württemberg gelang am Donnerstag auch eine Einigung für Bayern. Laut Ott sind die bayerischen Metaller sogar besser gestellt als die Kollegen im benachbarten Bundesland: "Auszubildende haben vor Prüfungstagen künftig drei statt wie bisher einen Tag frei, in Baden-Württemberg sind es nur zwei." Abgesehen vom Ergebnis brachte für Ott die Tarifauseinandersetzung auch die Bestätigung, "dass man was erreichen kann, wenn man sich für sein Ziel einsetzt".

Udo Fechtner, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg, nannte Zahlen zum Arbeitskampf: 10 122 Menschen beteiligten sich an den Warnstreiks, ausgefallen sind dadurch rund 16 870 Arbeitsstunden. Bei den 24-Stunden-Warnstreiks (Grammer, Siemens Kemnath und Hamm Tirschenreuth) waren 3470 Menschen in den Ausstand getreten, wodurch 27 760 Arbeitsstunden ausfielen.

Kollektiver Stolz

Abgesehen vom Substanziellen, also von dem, was im neuen Tarifvertrag erreicht wurde, herrscht bei den Metallern derzeit ein Gefühl vor: mächtiger Stolz. Da nimmt sich auch Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Amberg, nicht aus. Beeindruckt habe ihn die Geschlossenheit der Belegschaften und die Solidarität, die Mitarbeiter anderer Betriebe mit den Warnstreikenden zeigten. "Da hat eine ganze Region zusammengehalten." Alle, die in der Vorbereitung und der Organisation der Warnstreiks, insbesondere der drei, die über 24 Stunden liefen, involviert waren, hätten "irre viel geleistet". Den Tarifvertrag bezeichnet der Gewerkschafter als volkswirtschaftlich gut. "In einem starken Industriezweig werden die beteiligt, die's erarbeitet haben." (san)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp